
So erstaunlich wie schön, wie sich internationale Medien auf
Sandra Hüller stürzen - wer, wenn nicht sie, hätte diese Aufmerksamkeit verdient? Im britischen Modemagazin
AnOther porträtiert nun Hannah Lack die Schauspielerin und ist sichtlich fasziniert von einer Karriere, die von Shakespeare in Konstanz über den europäischen Festivalfilm bis zuletzt zum US-Blockbuster geführt hat und dabei immer wieder flexibel genug für
experimentellere Filmformen ist. Wie findet die Schauspielerin eigentlich ihre Figuren, fragt Lack. "'Ich habe sehr wenige Rituale, um mich mit meinen Figuren zu verbinden, im Grunde sogar gar keine', erzählt sie. 'Ich denke einfach, dass sie irgendwann anfangen, mit mir zu leben. Das läuft völlig unbewusst ab. Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich über sie nachdenke, oder dass ich auf der Straße jemanden sehe und mir denke, dass es da eine Verbindung geben könnte, oder ich höre ein Stück Musik. Es ist ein wenig wie selektive Aufmerksamkeit, eine
milde Form der Obsession mit jemandem. Sie sind immer an deiner Seite und es geht dabei vor allem um den einen ganz speziellen Punkt der Verbindung. Wenn ich den zu packen kriege'- oder wenn ich ihn nicht finde, dann versuche ich, den Grund dafür herauszufinden - ist das schon die Hauptarbeit. Dann ist die Vorbereitung für mich im wesentlichen gelaufen.' Sie macht eine Pause. 'Manchmal erzählt mir die Figur sehr eindeutig, dass sie
mit mir nichts zu tun haben will, dass sie nicht gelesen und auch nicht verstanden werden will. Dann muss ich sie in Ruhe lassen und einfach am Set auftauchen, um dort irgendetwas selbst zu erschaffen. Manchmal ist es so, als ob sie
ihre Geheimnisse nicht preisgeben wollen.'"