Alex Capus

Querfeldein

Roman
Cover: Querfeldein
Carl Hanser Verlag, München 2026
ISBN 9783446285644
Gebunden, 288 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Nach "Das kleine Haus am Sonnenhang" Alex Capus' neuer Roman über einen Gasthof und die Frage: Wie findet man innere Ruhe im Leben? In einem Schweizer Dorf an der Grenze zu Deutschland führt vor hundert Jahren der junge Wirt Arnold einen Gasthof. Bunte Vögel und düstere Gestalten überqueren die Grenze, manche kommen auch nachts und querfeldein. Am Stammtisch sitzen die Witzbolde aus dem Dorf. Eines Tages naht eine Fremde hoch zu Ross durch den Schnee. Ihr Name ist Betty. Arnold heiratet sie und bekommt mit ihr acht Kinder. Das Leben nimmt seinen Lauf, bis sich die älteste Tochter Clara 1933 in einen Schmuggler namens Hermann verliebt. Der bringt die Uniformierten auf beiden Seiten der Grenze gegen sich auf. Es kommt zum Drama - und das Dorf erhebt sich gegen eine Großmacht. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2026

Viel Licht und viel Schatten macht Rezensentin Janka Zündorf in diesem Buch aus. Alex Capus greift die reale Geschichte eines Schweizer Schmugglers namens Hermann auf, der im Jahr 1933 von deutschen Nationalsozialisten in der Schweiz festgesetzt und entführt wurde, nachdem er unter anderem kommunistische Publikationen nach Deutschland transportiert hatte. Um diesen realhistorischen Kern herum erfindet Capus nun eine Geschichte, bei der er sich viele fiktionale Freiheiten gönnt, zum Beispiel die Liebesgeschichte zwischen der Wirtstochter Carla und Hermann. Daran hat die Kritikerin nichts auszusetzen, ein bisschen irritiert ist sie dann aber als Capus dann wieder echte Exzerpte aus historischen Quellen einbaut und die Erzählung in die Ich-Perspektive wechselt. Vor allem jedoch stört sie sich immer wieder an Capus' Stil, in dem es vor ungelenken Metaphern und zuckersüßen Sprachbildern ("Myriaden tanzender Staubkörner") nur so wimmelt. Umso mehr wundert sich die Rezensentin über diese Schwächen, als Capus es offensichtlich prinzipiell besser kann - zwischendurch gelingen ihm seitenweise griffige und poetische Darstellungen, auch die Dialoge insbesondere Carlas gefallen Zündorf. Am Ende ist sie etwas ratlos, wie sie dieses zwischen "anspruchsvoller Belletristik und Groschenroman" hin und her wechselnde Buch bewerten soll. Wer einen unterhaltsamen Historienroman sucht, meint Zündorf abschließend, darf gern zugreifen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 23.07.2026

Rezensentin Andrea Gerk schätzt besonders die historischen Romane von Alex Capus, vor allem dann, wenn sie sich auf reale Begebenheiten beziehen. Im neusten Roman erzählt Capus die Geschichte von Wirt Arnold, der deutsch-schweizerischen Grenze eine Kneipe führte, die gern von dubiosen Gestalten besucht wurde. So auch Pferdenärrin Betty, mit der er acht Kinder zeugt. Der Kern der Geschichte dreht sich aber um den tschechischen Schmuggler Heramnn, den eine von Arnolds Töchtern im Jahr 1933 anschleppt und der von SS-Männern verschleppt wird. Wenn die Dorfbewohner dann allerdings für Hermann kämpfen, liest Gerk nicht zuletzt ein "märchenhaftes Lehrstück über Widerstand und Eigensinn".

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