Andre T. Nemat

Der letzte Patient

Warum wir in Zukunft nicht mehr krank werden müssen
Cover: Der letzte Patient
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2026
ISBN 9783455022407
Gebunden, 256 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Wir stehen am Beginn eines radikalen Wandels in der Medizin. Die KI wird nicht nur Diagnostik und Therapie verändern, sondern auch die Beziehung zwischen Mensch und Gesundheit. Werden wir schon bald Krankheiten erkennen, bevor sie entstehen? Wird es überhaupt noch Patienten geben? Der Mediziner und KI-Experte André T. Nemat beleuchtet die Entwicklungen hin zu einer Medizin, die dank datenbasierter Simulationen wie dem "Künstlichen Zwilling" vorausschauend agiert. Gleichzeitig wirft er einen kritischen Blick auf das, was auf der Strecke bleiben könnte: die Menschlichkeit. 

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 09.09.2026

Rezensent Peter Praschl gewinnt beim Lesen des Buches von Andre T. Nemat den Eindruck, als könnte es bald möglich sein, das medizinische Konzept des "find and fix" durch ein "predict und prevent" zu ersetzen. Nemats Praxiserfahrung als langjähriger Thoraxchirurg und sein Faible für die digitale Transformation im Gesundheitswesen machen das Buch für Praschl spannend. Auch weil den Autor weder "Technologie-Besoffenheit" noch Untergangsangst auszeichnen, wie Praschl meint. Das Interesse des Autors an der Zäsur, dem Übergang von reparierender zu vorsorgender Medizin findet Praschl ansteckend, weil der Autor auch auf Gefahren hinweist und die künftige, weiterhin unersetzliche Rolle des Arztes reflektiert, ohne allzu wohlfeile Antworten zu liefern.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 09.09.2026

André T. Nemat hat, findet Rezensentin Susanne Billig, ein hochinteressantes Buch geschrieben, das allerdings auch ein paar blinde Flecken hat. Der Mediziner widmet sich der Rolle, die KI bald im Gesundheitswesen spielen könnte. Es geht um einen Paradigmenwechsel weg vom alten "Find & Fix"-Prinzip, bei dem die Medizin Gesundheitsschäden identifiziert und behandelt; und hin zum "digitalen Zwilling", eines exakt errechneten Modells unseres Körpers, anhand dessen Krankheiten schon identifiziert und behoben werden könnten, bevor sie entstehen. Keineswegs allerdings hat Nemat ein Buch geschrieben, das den technischen Fortschritt in naiv feiert, freut sich Billig. Tatsächlich weist der Autor auf zahlreiche Gefahren hin, die mehr KI in der Medizin mit sich bringen: Leute könnten die Kontrolle über ihre Daten verlieren und sich für ihren Lebenswandel rechtfertigen müssten, Konzerne könnten zu viel Macht erhalten. Andere Themen allerdings vermisst die Rezensentin im Buch, so schweige Autor darüber, wie die Macht der Konzerne konkret beschnitten werden könnte und auch gesellschaftliche Ursachen von im Buch aus rein individueller Perspektive beschriebenen Krankheiten spart er aus. Gleichwohl ist der Tenor der Besprechung klar positiv.

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