Andreas Lehmann erzählt von Momenten, in denen das Leben eines Menschen aus den Fugen gerät und infrage gestellt wird und gerade dadurch auf einmal an Prägnanz und Strahlkraft gewinnt. Sie sind auf subtile und doch existentielle Art unangepasst, trotzig und originell, weil sie den Ausbruch aus dem Alltag wagen und sich behaupten oder auch nur konsequenter als andere resignieren.
Mit viel Freude liest Rezensentin Bettina Baltschev Andreas Lehmanns Erzählband. Lehmanns Miniaturen zeichnen sich durch eine melancholische Grundierung, aber auch durch überraschende bis absurde Wendungen aus, etwa wenn, gleich in der ersten Geschichte, eine Frau ihrem eigenen Grabstein begegnet, resümiert die Rezensentin. Grundiert wird Lehmanns Prosa freilich von einer äußerst präzisen Beobachtung des gesellschaftlichen und insbesondere zwischenmenschlichen Alltags, fährt sie fort. Die tiefe Traurigkeit, die die Figuren umfängt, erinnert Baltschev in mindestens einer Geschichte an das Werk Wilhelm Genazinos.
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