Andreas Malycha

Die SED

Geschichte ihrer Stalinisierung 1946 - 1953
Cover: Die SED
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2000
ISBN 9783506753311
Gebunden, 541 Seiten, 50,11 EUR

Klappentext

Andreas Malycha schildert in seiner Biografie der SED - von ihrer Gründung bis zum 17. Juni 1953 -, wie sich stalinistische Herrschaftsstrukturen in der Partei entwickelten, sich in verschiedenen Entwicklungsschritten etablierten und schließlich durchsetzten. Dabei rückt auch das Vorgehen gegen innerparteiliche Dissidenten und deren politsche Ausschaltung ins Blickfeld.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.08.2000

Ausführlich nachvollzogen hat Manfred Wilke in seiner Rezension die Erzählung des Buches über die Stalinisierung der SED: wie es von der Dominanz der aus dem Moskauer Exil heimkehrenden KPD-Funktionäre zur Zwangsvereinigung mit der SPD kam, wie sich durch personelle Kontinuität die innerparteiliche Diktatur zur Staatsdiktatur entwickelte und durch straffe Zentralisierung auch im wirtschaftlichen Bereich am Ende alles im "koordinierenden Machtzentrum" des Zentralsekretariats unter Walter Ulbricht zusammenlief. Die Gliederung des Buches, so Wilke, vollzieht die Chronologie dieser Ereignisse nach und in vieler Hinsicht ist der Rezensent einverstanden mit dem Autor. Er kritisiert jedoch, dass die sowjetische Deutschlandpolitik allzu sehr im Hintergrund bleibt und dies manches Mal zur Erkenntnisschranke wird. Am Beispiel der Vorgänge um den 17.Juni 1953 macht der Rezensent deutlich, was er meint: eben weil die SED "zur Sicherung ihrer Macht" auf den militärischen Schutz der Sowjetunion angewiesen war, musste sie mit dem Wegfall dieses Schutzes 1989 auch notwendig selbst fallen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.07.2000

Hermann Weber behandelt das Buch von Andreas Malycha über die SED mit viel Respekt. Der in der DDR aufgewachsene Historiker hat sich seit der Wende insbesondere mit der Gründungsgeschichte der SED beschäftigt und im Rahmen dieser Tätigkeit Zugang zu lange geheim gehaltenen Archivmaterialien auch auf Bezirks- und Länderebene erhalten. Was der Autor dabei herausgefunden hat, schreibt Weber, sei nicht unbedingt neu, werde aber detailliert nachgewiesen und kenntnisreich analysiert. Ein Punkt überraschte den Rezensenten dennoch. Der Autor kam nach genauem Quellenstudium zu der Einsicht, dass der Transformationsprozess der SED zur Einheits- und Kaderpartei nach sowjetischem Vorbild früher eingesetzt hat als vermutet: nämlich bereits nach Kriegsende und nicht erst 1947/48.

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Ingo Schulze. Das Wasser im August - Roman. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2026.Ingo Schulze: Das Wasser im August
Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler nach Mecklenburg. Eine Landschaft mit weitem Horizont und Wolken, die tief über die Seen ziehen.…