Thema, Technik, Theorie - diesen drei "T"s widmet sich das Oldenbourg Geschichte Lehrbuch. In gut lesbaren und strukturierten Beiträgen werden einzelne Themen der Frühen Neuzeit dargestellt und auf eine theoretische Basis gestellt. Dabei wird nicht allein die Ereignisgeschichte berücksichtigt, sondern auch verschiedene Blickwinkel der Forschung, Arbeitsweisen der Forschung und Einrichtungen der Forschung in aller Welt. Die Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens werden durch drei Technikexkurse vermittelt. Zeittafeln, Kurzbiographien, Abbildungen, Schaubilder, Detailskizzen und Stimmen aus der Forschung stehen neben dem Haupttext der einzelnen Beiträge und sorgen für Anschaulichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2001
Wolfgang Behringers Rezension liest sich vor allem wie eine Mängelliste, auch wenn er selbst dies bisweilen bedauerlich zu finden scheint. Doch allzu viele Persönlichkeiten und Themen tauchen aus seiner Sicht in diesem Buch nur beiläufig oder auch überhaupt nicht auf: Gutenberg etwa, wichtige Thesen Sombarts oder Max Webers zum Kapitalismus, Norbert Elias, "Klima- und Umweltgeschichte", "Musik, Malerei und Architektur". Auch die Auswahl der erwähnten Bibliotheken findet Behringer fragwürdig: manche werden sogar mit Namen der Leiter aufgeführt, andere sehr bedeutende dagegen überhaupt nicht. Gleiches gilt nach Behringer für die Historikerporträts. Befremdlich scheint dem Rezensenten auch, dass die Frühe Neuzeit hier mit Luthers 95 Thesen anfängt, was ihm aus mancherlei Gründen inakzeptabel erscheint. Auch die gelegentliche Mischung zwischen "Zeigefingerpädagogik und Wort zum Sonntag" strapaziert ein wenig die Geduld des Rezensenten. Gut gefällt ihm hingegen die originelle Bebilderung des Bandes und deren Interpretationen. Hier kann Behringer eine "echte Brückenfunktion zwischen Forschung und Lehre" erkennen. Auch die `Forschungsstimmen` (als kleine Kolumnen jeweils am Seitenrand abgedruckt) findet der Rezensent recht aufschlussreich. Doch insgesamt ist Behringer skeptisch, ob der Band als Einführung in die Frühe Neuzeit tatsächlich seinen Zweck erfüllt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.06.2000
Der Rezensent mit dem Kürzelt „tmn“ empfiehlt dieses „vorbildhafte Lehrbuch“ nicht nur Studenten, zumal er auschließlich Gutes über diesen Band zu sagen weiß. Vor allem gefällt ihm „die Auswahl der Themen und Beispiele“ und die „Abkehr von der im Universitätsalltag selbst nicht überwundenen germanischen Nabelschau“. Darüber hinaus stelle die Autorin verschieden Analyse-Methoden vor, gebe Tipps für das Erstellen von Forschungsarbeiten und für die Recherche (z. B. im Internet) und biete einen Überblick über internationale Forschungseinrichtungen. Nicht zuletzt weist der Rezensent auf das seiner Ansicht nach äußerst nützliche Sach- und Personenregister hin.
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