Aus dem Englischen von Sigrid Schmid und Gabriele Würdinger. Was geht im Inneren von Tieren vor? Können wir wissen, wie sie fühlen und denken? Carl Safina nimmt uns mit auf abenteuerliche Entdeckungsreisen in die unbekannte Welt der Elefanten, Wölfe und Orcas. Sein spannend zu lesendes Buch erzählt außergewöhnliche Geschichten von Freude, Trauer, Eifersucht, Angst und Liebe und ist voll von erstaunlichen Einsichten in die Persönlichkeiten der Tiere.
Der Naturschriftsteller und Ökologe Carl Safina begegnet den von ihm beobachteten wilden Tieren mit Liebe, Respekt und umfassenden Kenntnissen. Sein Wissen ist genauso groß wie sein Einfühlungsvermögen; er versteht es meisterhaft, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse mit wundervollen Erzählungen zu verweben. Die verblüffende Ähnlichkeit von menschlichem und nichtmenschlichem Bewusstsein, Selbstbewusstsein und Mitgefühl fordert uns dazu auf, unser Verhältnis zu anderen Arten zu überdenken - und auch das Verhältnis zu uns selbst.
Rezensent Jens Jessen kann Carl Safinas "Intelligenz der Tiere" unbedingt empfehlen. Denn dem Meeresbiologen gelingt es in seinem laut Jessen klugen und fußnotengesättigten Buch nicht nur neuste tierpsychologische Erkenntnisse einem breiten Publikum vertraut zu machen, sondern er räumt auch endlich mit dem Vorurteil auf, dass Tiere keinerlei Seelenleben hätten. Mit großem Interesse liest Jessen, wie komplex Tiere mit Menschen kommunizieren können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2017
An Leidenschaft mangelt es Carl Safinas Plädoyer zur "Intelligenz der Tiere" wahrlich nicht, meint Rezensent Helmut Mayer nach der Lektüre. Die Geschichten zum Innenleben von Vögeln und Säugetieren liest der Kritiker durchaus mit Interesse, neben Erfahrungen von Feldforschern lernt er bei dem Meeresbiologen auch einiges über Laborversuche. Allerdings gerät Safinas "emphatische Einrede" gegen all jene, die Vermenschlichungen von Tieren ablehnen, mitunter zum "Zitatensalat", klagt der Rezensent, der hier neben einigen als Gegenbeweis dienenden Anekdoten über Safinas Hunde meist nur solche Gegenpositionen vorgeführt bekommt, die nicht gerade repräsentativ sind und entsprechend schnell abgewiegelt werden können. Bei allem Verständnis für Safinas Botschaft hätte sich der Kritiker etwas mehr Wissenschaftlichkeit gewünscht.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 22.03.2017
Rezensent Helmut Höge zeigt sich aufgeschlossen gegenüber Carl Safinas umstrittenen, von vielen Biologen an den Rand der Wissenschaftlichkeit gedrängten Thesen. Als "eine Borste am Schwein" bezeichnet der amerikanische Meeresbiologe die Intelligenz in Anbetracht des ganzen Lebens, erklärt Höge und fragt sich nach der Lektüre, ob nicht wir Menschen es sind, deren Denken zu beschränkt ist, um Gedanken und Gefühle der Tiere zu verstehen. Safina steht dem Anspruch der Objektivität kritisch gegenüber und arbeitet lieber mit eigenen Erfahrungen und Eindrücken, die von Kritikern immer wieder als "Anekdoten" oder Esoterik abgetan werden. Dem Rezensenten jedoch scheinen Safinas Ansätze mehr zu geben, als die bekannte unselige und vorgeblich objektive Diskussion zum Thema tierische Intelligenz.
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