Daniel McNeill

Das Gesicht

Eine Kulturgeschichte
Cover: Das Gesicht
Kremayr und Scheriau Verlag, Wien 2001
ISBN 9783218006897
Gebunden, 512 Seiten, 24,54 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Michael Müller. Daniel McNeill beginnt seine Erkundungsreise durch das menschliche Gesicht da, so alles Leben seinen Ursprung nimmt: beim Essen. Mit großen Schritten durcheilt er die Wunder der Evolution, die bis heute fest in unserem Gesicht sitzen, und entführt uns ins Raritätenkabinett der Natur, wo sich Nasenlöcher auf dem Kopf oder Augen auf dem Rücken gelegentlich als sinnvoll erweisen können. Von den errötenden Wangen bis zum bescheidenen Ohr und dem "wunderschönen Kopftuch der Liebe", den Haaren, durchforscht McNeill die Landschaft des Gesichts, entdeckt darin die Tiefen der Menschheitsgeschichte und der Biografie des Einzelnen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2001

Rezensentin Claudia Schmölders, selbst Autorin eines Buchs über "Hitlers Gesicht", zeigt sich geteilter Meinung zu diesem Band von Daniel McNeill. Einerseits bescheinigt sie seiner Darstellung durchaus Unterhaltungswert, lobt die Belesenheit des Autors, die vielen Anekdoten und die zahlreichen Disziplinen, die McNeill hier in seine Überlegungen mit einbezieht: "Evolution, Mimik, Medizin, Chirurgie, Malerei, Literatur, Ethnologie". Insgesamt meint die Rezensentin jedoch, dass das Buch einer Kulturgeschichte - wie im Untertitel behauptet - nur teilweise gerecht wird. Merkwürdig findet sie beispielsweise, dass der Autor sich nur am Rande mit Physiognomik befasst, was - wie Schmölders vermutet - daran liegt, dass die Physiognomik in der Geschichte eng verbunden war mit rassistischen, antisemitischen, kriminalistischen Ideologien. McNeill schreibe "unter dem Beifall der Kosmetikindustrie" lieber über den von einem schönen Gesicht ausgelösten "Appell der Gene". Auch von der "Sprache (des Gesichts) ist keine Rede", bemängelt die Rezensentin, die darüber hinaus so manche Paradoxien und "Fallstricke" bei McNeills Überlegungen diagnostiziert hat. Und nicht zuletzt findet es die Rezensentin äußerst bedauerlich, dass dieser Band so "spärlich und lieblos illustriert" ist.

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