Daniel Ryser

Slime

Deutschland muss sterben
Cover: Slime
Heyne Verlag, München 2013
ISBN 9783453676534
Gebunden, 288 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Sie waren und sie sind Deutschlands radikalste Punkband. 1979 in Hamburg gegründet, richteten sich Slime mit Texten wie "Deutschland muss sterben" und "Wir wollen keine Bullenschweine" gegen den Staat, die Polizei, Faschismus und Kleinbürgerlichkeit und lieferten die Parolen für eine wachsende autonome Szene. Straßenschlachten mit Neonazis und Polizisten und die Beschlagnahmung des Albums "Slime 1" förderten ihren Nimbus als Kämpfer gegen das System. Gleichzeitig wurde ihnen der kommerzielle Erfolg von Teilen der Punkszene zum Vorwurf gemacht. Dieses Buch erzählt erstmals die ganze bewegte Geschichte der umstrittenen Band und ihres Umfelds: von Bandproben im Luftschutzbunker, von Hausbesetzungen in der Hamburger Hafenstraße, vom Aufstieg des FC St. Pauli vom Stadtteilklub zum gefeierten Kultverein, vom Ärger mit der Zensur und mit den Hells Angels.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.05.2013

Mit seinem Buch über die Hamburger Band Slime hat der Schweizer Journalist Daniel Ryser weniger eine Bandbiografie vorgelegt als eine Reportage über ein Kapitel deutschen Politpunks, stellt Patrick Schirmer Sastre fest. Dabei hat der Rezensent viel über die Anfänge der Band, die anstrengenden Charaktere und rigide linke Dogmen erfahren ("Deutschland muss sterben, damit wir leben können"). Dass der Autor daran erinnert, wie sich Slime mit Nazis und Polizisten prügelten, aber nicht die aus ihrer Sicht protofaschistische Techno-Welle in den neunziger Jahren aufhalten konnten, bemerkt der Rezensent ebenso wie die die Tatsache, dass zwar alle der Band und ihrer harten Musik Respekt zollen, aber sie kaum jemand gern hört.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.04.2013

Die Punkband Slime und Heinrich Heine mögen wenig miteinander gemein haben, "Kunst im Sinne des Grundrechts" sind sie aber beide, jedenfalls laut Richterbeschluss, berichtet Jens Uthoff, der diese und andere Anekdoten in Daniel Rysers Biografie "Slime - Deutschland muss sterben" gefunden hat. Während die "Jukebox der linken Szene" auf ihren ersten Alben noch wenig differenziert linksradikale Parolen schmetterte, erklärt der Rezensent, ging es seit 1984 und "Alle gegen alle" reflektierter zu, wenn auch nicht ohne Folgen: mehrfach löste sich die Band aufgrund politischen Richtungsstreits auf. Ryser konzentriert sich etwas zu sehr auf die Hamburger Szene um das"Krawall 2000" am Fischmarkt, findet Uthoff, stärker sei er, wenn er sich der Musik und den Musikern selbst zuwende, den inneren Konflikten der Band oder den Problemen von Punk im einundzwanzigsten Jahrhundert, hiervon hätte sich der Rezensent mehr gewünscht.

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