Aus dem Amerikanischen von Georg Deggerich. Die autobiografischen Geschichten in Calypso kreisen um das solare Zentrum der Familie. In den Ferien und an Feiertagen kommt der Sedaris-Clan zusammen, im elterlichen Strandhaus, später in David Sedaris' eigener Zuflucht mit Meerblick, und flickt am generationsübergreifenden Quilt aus gescheiterten Beziehungen, tragischen Toden, späten Einsichten - und hartnäckiger Liebe zu den Freunden, die man sich nicht aussuchen kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2018
Für Kai Sina sind die Erzählungen von David Sedaris Analyse eines kulturellen Verfalls und zugleich ihr Symptom. Wenn der Autor die Dekadenz der vermögenden Klasse und die politische Unkultur unter Trump thematisiert, sieht Sina diese Diagnose in der ästhetischen Widerstandslosigkeit und unproblematischen Konsumierbarkeit der Texte gespiegelt. Dem von Sedaris reichlich überzeichneten Narzissmus, Weltekel und Konsumverhalten seiner Figuren kann Sina beim Lesen dennoch etwas abgewinnen. Komisch und abgründig findet er die Texte, und Sedaris erscheint ihm als eine Art Huysmans des westlichen Spätkapitalismus.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.10.2018
Rezensentin Nora Reinhardt findet es bewundernswert, wir der New Yorker Autor David Sedaris mit Geschichten, die eigentlich tragisch sind, seine Leser zum Lachen bringt. Ein solches sei auch seine neue Geschichtensammlung "Calypso": Mit untrüglichem Gespür für den "comic relief" erzähle Sedaris hier autobiografisch geprägte Alltagsgeschichten, die zwar vom Selbstmord seiner Schwester, von der alkoholkranken Mutter oder von einem Tumor handeln, aber dank Sedaris' Feingespür für die Komik kleiner alttäglicher Skurrilitäten dennoch das Zeug zum Kassenschlager haben, lobt die beeindruckte Rezensentin, die Sedaris mittlerweile als einen "Buchhalter des Absurden" betrachtet.
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