In der repräsentativen Demokratie ist es Aufgabe der Parlamente, Gesetze auszuarbeiten und zu verabschieden. Mittlerweile entwickeln transnationale Netzwerke jedoch viele globale Standards und Normen, die von den Parlamenten nur noch übernommen und in Gesetze überführt werden. Durch diese Privatisierung der Entscheidungsprozesse wird die Demokratie entkernt. Niemand weiß, wie viele Gruppen dieser Art weltweit Regeln etablieren. Schätzungen gehen von mehr als 2000 aus. Fritz Glunk zeigt auf, was hinter den Kulissen passiert und wie wir dieser Entwicklung entgegenwirken können.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.01.2018
Cornelius Pollmer kennt übellaunige, andeuterische, verschwörungstheoretische Arbeiten über transnationale Netzwerke und Eliten zuhauf. Fritz Glunks Buch gehört für ihn nicht dazu. Den Zustandsbericht des Literaturwissenschaftlers über Staat und Demokratie findet er sachlich, das Deprimerende daran ist die Sache selbst, so Pollmer. Dass der Rückzug staatlicher Institutionen durch Deregulierung und Privatisierung zu einem Souveränitäts- und Bedeutungsverlust und letztlich zu einer Lücke geführt hat, die private Akteure und internationale Konzerne gerne ausfüllen, kann der Autor dem Rezensenten am Beispiel der Pharmaindustrie oder der Finanzmarktregulierung zeigen. Wenn der Autor wieder ein Mehr an "faktischer Kraft des Normativen" fordert, stimmt Pollmer zu.
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