Mit einem Vorwort von Igor Strawinsky und einem Anhang. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Stephan Kuhlmann. Herausgegeben von Verena von der Heyden-Tynsch. Mit Bildteil, Bibliografie und Diskografie, einem Werkverzeichnis und Register. Über das abenteuerliche Renaissanceleben des Fürsten und Musikers Gesualdo wollte Wolfgang Hildesheimer ein Buch schreiben; inzwischen ist Gesualdos Leben zum Stoff dreier moderner Opern geworden. Ein Doppelmord, zweite Ehe mit Eleonora d`Este, Freundschaft mit dem Dichter Tasso, Flagellantismus im Sexuellen - sind nur die bündigsten Stichworte aus Gesualdos Leben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.09.2000
Der Komponist Gesualdo (1566-1613) ist "problemlos unser Zeitgenosse", behauptet Reinhard J. Brembeck in seiner Rezension und ist entsprechend unzufrieden, wenn Glenn Watkins noch die krassesten Ungewöhnlichkeiten von Gesualdos Kompositionen aus den zeitgenössischen Regeln und Techniken herzuleiten versucht. Mit solchen Erklärungen verschwinde gerade das "Genie" des Komponisten. Dennoch findet der Rezensent einiges zu loben an diesem Buch: Es sei in jedem Falle gründlich, und "Höhenflüge" gebe es immer dann, wenn Watkins "schutz- und rückhaltlos" die Radikalität Gesualdos anerkenne und es ihm gelinge, in "feuilletonistisch anmutenden Formulierungen" das Geniale an der Musik des Komponisten "schlaglichtartig visionär" zu verdeutlichen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.07.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel rur ist recht angetan von Glenn Watkins` Buch über den Fürsten und Komponisten Carlo Gesualdo (um 1560-1613). Heraushebenswert erscheint ihm vor allem, dass Watkins sich in diesem Band vorwiegend mit des Fürsten musikalischem Werk befasst und nicht nur mit dessen "abenteuerlichen Leben". Zwar werden die familiären Verstrickungen ausreichend beleuchtet, daneben widmet sich das Buch aber auch bisher vernachlässigten Einflüssen des Fürsten, wie etwa dessen kreativem Umfeld. Trotz einiger inhaltlichen Schwächen räumt der Band auf "mit überlieferten Klischees" über Gesualdo, dessen Lebenswerk "sich nicht auf einen knappen Nenner bringen" lässt, so die Bilanz des Rezensenten.
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