In deutscher und englischer Sprache. Märchenhafte Lebensmittelwälder in der Sahara und karge Lebensmittelwüsten im eisigen Norden, Testanlagen für die Kolonisation von Mars und Mond, Hightech-Produktionsstätten für künstliches Fleisch, Algen, Insekten und Quallen, unzugängliche Forschungsanlagen zur Viren- und Zellzucht. Unterirdische und vertikale urbane Farmen, riesige robotisierte Gewächshäuser und Serverfarmen - Sailers mit der analogen Fachkamera im Großformat aufgenommene Bilder gewähren Zugang zu einer sonst verschlossenen Welt aus technoider Science-Fiction, Innovationen und Illusionen, surrealen Architekturen und künstlichen Landschaften.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.02.2026
Fasziniert betrachtet Rezensent Steffen Herrmann die Bilder, die Gregor Sailer für seinen Fotoband eingefangen hat. Sie zeigen Orte der modernen Lebensmittelproduktion und wurden in ganz unterschiedlichen Weltregionen aufgenommen, manche am Polarkreis, andere in Frankreich, wieder andere in Marokko. Gezeigt werden hochgradig artifizielle Techniken, die teils auf menschliches Zutun gar nicht mehr angewiesen sind und stattdessen auf KI und Ähnliches setzen. Außerdem arbeiten viele dieser Produktionsanlagen, in denen beispielsweise Insekten gezüchtet werden, energieneutral. Dennoch ist die Lebensmittelindustrie, liest Herrmann im vom Ernährungswissenschaftler David Julian McClements verfassten Vorwort des Bandes, von genuin gerechter und nachhaltiger Praxis weiterhin weit entfernt. Erstaunlich ist dieses Buch, heißt es am Ende, jedoch schlicht deshalb, weil wir hier "Orten des modernen Lebensmittelsystems" begegnen, die normalerweise unsichtbar bleiben.
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