Günter Herburger

Wildnis, singend

Roman
Cover: Wildnis, singend
Hanani, Berlin 2016
ISBN 9783944174242
Kartoniert, 256 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

"Wildnis, singend" entführt den Leser in eine Bergwelt im äußersten Süden Deutschlands. Dorthin haben sich Martin und Eva zurückgezogen, zwei Aussteiger vom anderen Ende der Republik. Rastlos arbeiten der Athlet und die Madonna an der Verwirklichung ihres Traums vom irdischen Paradies, in dem auch Tiere selbstbewusst ihren Platz behaupten. Risse im Idyll werden deutlich, als eines Tages eine Fremde auf dem Hof erscheint. Vor mehr als fünf Jahrzehnten war sie hier zu Hause. Ricarda, aufgewachsen unter Indianern im bolivianischen Hochland, ist an den Ort ihrer frühen Kindheit zurückgekehrt. Sie hat noch eine Rechnung zu begleichen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.07.2016

Rezensent Tobias Lehmkuhl kennt Günter Herburger als Kinderbuch-, Laufbuch- und Gedichtbuch-Autor. Dass nun unverhofft ein Roman von diesem Autor erscheint, macht Lehmkuhl erst neugierig, dann glücklich. Denn Herburger kann Sätze schreiben. Und er kann 90 Tierarten in einem Buch unterbringen, in dem es eigentlich um die Liebe geht und die Unmöglichkeit des Paradieses auf einem Allgäuer Bauernhof. Nur die Tiere bringen Trost und Versöhnung, freut sich Lehmkuhl. Die Bunte Bentheimer im Buch, eine mächtige, schwarzgefleckte Sau, hat es ihm besonders angetan.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.04.2016

Roman Bucheli ist hellauf begeistert. Günter Herburger ist für ihn ein Meister des fantastischen Erzählens. Motive von großer poetischer Kraft und eine surreale Welt voll menschelnder Tiere und tierhafter Menschen verzaubern den Rezensenten. Für Bucheli kühn und skurril. Den Provinzroman aus einem bayrischen Dorf, den Herburger auch schreibt, vergisst Bucheli fast hinter der hochpoetischen, surrealen Burleske über irdische und himmlische Sphären und Seelenpein. Wie der Autor die erzählerische Ordnung und seine Figuren mit fester Hand dirigiert, findet Bucheli bemerkenswert souverän.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.03.2016

Man muss sich erst an den merkwürdigen Stil Günter Herburgers gewöhnen, bevor man seinen Roman "Wildnis, singend" genießen kann, warnt Rezensent Stephan Wackwitz. Aber es ist die Mühe definitiv wert, versichert er. Herburger erzählt die Geschichte einer Dreiecksbeziehung zwischen den Kosslowskis, einem Ehepaar aus dem Allgäu, die sich ihr Haus mit Haus- und Wildtieren teilen, und Ricarda, der Tochter eines ehemals ausgewanderten Nazivaters, fasst Wackwitz zusammen. Herburger durchmischt seinen Heimatroman mit peruanischem Schamanismus - Meerschweinchen werden geopfert und ein Lebensbaum bestiegen - und unterwandert dabei die eingeschliffenen Lesegewohnten aufs beste, freut sich der Rezensent. Für ihn ist Herburger eine frische Brise in der deutschen Literatur, die endlich Abwechslung von dem ewigen Realismus verspricht.
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