Syrien im Jahr 2012: Der Bürgerkrieg wütet immer heftiger. Die Pazifistin Yasmin betreibt ein Untergrund-Krankenhaus zur Versorgung verwundeter Rebellen. Im Freedom Hospital kreuzen sich die unterschiedlichsten Lebenswege: Die französische Journalistin Sophie will einen Dokumentarfilm über den Konflikt drehen; Dr. Fawaz, ein Alawit, hilft aufständischen Verwundeten; Zahabiah, die Köchin des Krankenhauses, ist vor ihrer konservativ-sunnitischen Familie geflohen; Dr. Yazan steht den Muslimbrüdern nahe, und einer der Patienten entpuppt sich als Spion Assads. Hamid Sulaimans aufrüttelnde Graphic Novel mit ihren ausdrucksstarken Schwarzweißbildern spiegelt die komplexe und zerrissene syrische Gesellschaft wider.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.02.2017
Eher als durch seine Arbeiten kennt man den Comiczeichner und Fotografen Hamid Sulaiman durch ein Foto, das nach den Anschlägen in Paris viele Male geteilt wurde, auf dem er und seine Frau sich, halb verdeckt von ihrem Transparent "Fuck off, love will always win", auf der Place de la Republique küssen, weiß Rezensent Alex Rühle. Ähnlich "kämpferisch optimistisch" wie dieses Bild wirkt auf ihn Sulaimans aufklärerische Graphic Novel "Freedom Hospital", in der die Geschichte eines kleinen Untergrundkrankenhauses in Syrien erzählt wird. Sulaiman arbeitet mit Fotos und Youtube-Stills, die er abmalt und dabei stark verfremdet. Mit seinen scherenschnittartigen Schwarz-Weiß-Bildern liefert er eine wichtige und sehr eindrucksvolle "Studie über die Grautöne des Krieges", lobt der beeindruckte Rezensent.
Andreas Fanizadeh nennt Hamid Sulaimans Graphic Novel eine Art "Syrien für Einsteiger", spannend, und ohne Vorwissen lesbar. Dennoch bietet der Band mit seinen kontrastreichen Tuschezeichnungen dem Rezensenten eine exemplarische Geschichte aus dem Innern der Revolution, die anders als die bekannten Fernsehbilder mit einer urbanen Rebellin als Hauptfigur schildert, was in den Zentren der Rebellion vorgeht. Für Fanizadeh eine Undercover-Reise mit popkulturellem Charme.
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