Hans-Georg Möller

In der Mitte des Kreises

Daoistisches Denken
Cover: In der Mitte des Kreises
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783458344599
Taschenbuch, 222 Seiten, 9,00 EUR

Klappentext

Was ist Daoismus? Diese uralte, vor unserer Zeitrechnung entstandene Philosophie hat uns Bilder und Gleichnisse überliefert, die über die Zeiten elementare Deutungen des Lebens hervorgebracht haben. Bis heute lebt der Daoismus als religiöse Praxis und als philosophische Richtung und erobert wie der Buddhismus in der Folge wachsenden Interesses für "östliche Heilslehren" zunehmend auch den westlichen Kulturkreis. Die daoistische Philosophie fragt nach dem rechten Weg - nicht die Frage, was letztlich ist, steht im Vordergrund, sondern wie etwas am besten und mit der geringsten Anstrengung zu erreichen ist. Das Dao - der "Weg" - ist auf den Erfolg ausgerichtet: Der Weg ist das Ziel. Hans-Georg Möller gibt Denkanstöße durch neue Übersetzungen und neue Deutungen zentraler daoistischer Motive und Texte wie des Schmetterlingstraums, des Reusengleichnisses oder der Freude der Fische.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.04.2002

Ziemlich durchwachsen findet Rezensentin Wiebke Denecke den ambitionierten Versuch Hans-Georg Möllers, die "Architektur des daoistischen Denkens" freizulegen. Sie lobt Möllers Vorgehen, die Texte - im Sinne einer kulturhermeneutischen Metaphorologie - über ihre parabelhafte Bildlichkeit philosophisch aufzuschlüsseln. Bedauerlicherweise überwiegt nach Ansicht der Rezensentin dabei oft die "predigende Parabelparaphrastik", die dem Text nicht eben viel an Gehalt entlocken könne. Denecke macht zudem eine gewisse "Trägheit" des Autors aus bei seiner Exegese der Parabeln Dinge "präzise zu Ende zu denken". Gleichzeitig lege Möller bei seinen Interpretationen ein irrwitziges Tempo vor: "Mit schwindelerregender Schnelligkeit werden Bilder, Anekdoten, Ideen wie in einem Spiegelkabinett der philosophischen Bildlichkeit übereinandergeschoben und zum daoistischen Rad getrimmt." Möllers Formulierungen geläufiger Ost-West-Dichotomien findet die Rezensentin einerseits "hilfreich und prägnant", sie weist aber zugleich darauf hin, dass die Welt nur zu "pädagogischen Zwecken" so dichotom aufgeht, was sie, weil es sich um eine Einführung handelt, noch mal so durchgehen lässt. Insgesamt bietet Möllers "methodisch anregende" Einführung nach Einschätzung der Rezensentin "reichen Stoff zum Nachdenken". Sie hätte sich aber gewünscht, dass Möller den Daoismus mehr aus dem Kontext einer allgemeinen Geistesgeschichte des frühen Chinas heraus dargestellt hätte.
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