Heinz Schilling

Kleinbürger

Mentalität und Lebensstil
Cover: Kleinbürger
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783593372501
Broschiert, 230 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Kleinbürgerliches Sicherheitsstreben und Harmoniezwang, Familienbindung und Ortsfixierung deuten auf eine Kultur der begrenzten Reichweite. Mehr Scheinen als Sein ist ein weiteres Kennzeichen des Kleinbürgers. Heinz Schilling entführt uns in Alltagswelten von New York bis Gelnhausen, in denen uns Ordnungssinn und Mittelmaß, das Misstrauen gegen Fremde und die Liebe zum Eigenheim, große und kleine Konflikte, Kitsch und Spießertum erwarten. Zwischen den Zeilen freilich fragt der Autor augenzwinkernd, ob nicht in jedem von uns ein Stück Kleinbürgerlichkeit steckt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.07.2003

So richtig kann sich Rezensent Magnus Schlette für Heinz Schillings Beobachtungen des Kleinbürgers, seiner unerquicklichen Mentalität und seines spießigen Lebensstils nicht erwärmen. Das Buch wird seines Erachtens vor allem den "Neunmalklugen aus akademischem Milieu" gefallen, die sich von Schillings Analyse nicht angegriffen, sondern bestätigt fühlen. Schlette räumt allerdings ein, dass Schilling einiges Interessante, wenn auch wenig Neues zur Sache zu sagen hat. Vor allem interessiere er sich für grundlegende Verhaltensdispositionen des Kleinbürgers, die er in dessen Lebens- und Denkformen aufspüre. Das methodische Leitbild der Arbeit, so Schlette, liefert der Soziologe Pierre Bourdieu. In formaler Hinsicht stört ihn vor allem die Unentschiedenheit des Autors zwischen den Textsorten der Polemik und der wissenschaftlichen Untersuchung. Auch die Zugeständnisse an die Umgangssprache findet er etwas nervend. Zur Monografie hat Schilling offenbar der Wille gefehlt, hält Schlette fest. Schilling beschränkt sich darauf, Phänomene häufig nur assoziativ zu verbinden, resümiert der Rezensent, "so dass sich zwar die Impression 'Kleinbürger' ergibt, nicht aber sein Begriff".

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