Aus dem Lettischen von Matthias Knoll. Inga Ābele nimmt uns mit auf eine Reise durch das Leben von Ieva, eine Lettin in ihrer Lebensmitte - rückwärts. In mehr oder weniger chronologisch umgekehrter Reihenfolge erzählt der Roman die Geschichte einer Frau, deren jugendliche Entscheidungen den Rest ihres Lebens dramatisch beeinflusst haben. Nach und nach treffen wir die wichtigen Menschen in Ievas Leben - ihre Großmutter, ihre Mutter und ihren Vater, ihren Bruder Pāvils und ihre Tochter Monta - und die Dinge fangen an, Gestalt anzunehmen. Immer wieder kehrt die Erzählung zu zwei weiteren Personen zurück: zu ihrem toten Liebhaber Aksels und ihrem Ex-Ehemann Andrejs, zu den zwei Männern, die für immer durch eine Frau und ein schicksalhaftes Ereignis verbunden sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2021
Rezensentin Christiane Pöhlmann freut sich zu früh über Literatur aus Lettland. Inga Abeles Roman dämpft ihr Leseglück doch recht schnell mit der Geschichte einer jungen Lettin zwischen dem drängenden Wunsch nach Selbstverwirklichung als Drehbuchautorin und Depression, die Pöhlmann zufolge einfach zu viel zwischen die Buchdeckel klemmen will, Perspektivwechsel, Monologe, Briefe, alternative Milieus, abstrakte Passagen über Lektüre, Exil und Russland. Die persönliche Tragödie der Protagonistin kommt darüber zu kurz, bedauert Pöhlmann.
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