Isabel Schayani

Unwahrscheinliche Freundschaften

Sechs Geschichten gegen den Hass
Cover: Unwahrscheinliche Freundschaften
C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN 9783406850868
Kartoniert, 173 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Gegen den Hass: Sechs bewegende Geschichten über unerwartete Freundschaften Unzählige Beziehungen zerbrechen, weil Freunde unvermittelt und unerwartet verfeindeten Lagern angehören. In der Ukraine berichten etwa siebzig Prozent der Bevölkerung von dieser Erfahrung. Oft können traumatische Verluste von geliebten Menschen den Hass verstärken. Isabel Schayani zeigt an sechs lebendig erzählten Beispielen, wie sich trotzdem die Gräben überwinden lassen. Ihre wahren Geschichten gegen den Hass machen Mut in einer Welt, in der das Freund-Feind-Denken auch bei uns rasant an Boden gewinnt. Ein Palästinenser verliert seine Frau durch den Mordanschlag eines radikalen Siedlers. Kurz darauf lernt er eine Israelin kennen. Doch am 7. Oktober 2023 bricht über sie ein Schicksal herein, dass dem des Freundes ähnlicher ist, als sie jemals hätte ahnen können. Die Ukrainerin Anna flieht aus dem russisch besetzten Donbas. Der Austausch mit ihrer Mutter Lilja, die bleibt, gilt plötzlich als Feindkontakt. In den USA halten sechs Freunde eng zusammen, obwohl sie gegensätzlichen politischen Lagern angehören. Diese und andere Geschichten zeigen, dass sich kaum jemand der Feindschaft zwischen Staaten, Völkern, Religionen oder politischen Lagern entziehen kann, erst recht nicht, wenn persönliche Verluste ins Spiel kommen. 

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.09.2026

Krisenherde gibt es viele, für gewöhnlich entzweien sie Menschen, so Rezensentin Nele-Sophie Weimann, aber die Journalistin Isabel Schayani schreibt in ihrem neuen Buch über sechs Freundespaare, die miteinander verbunden sind, obwohl sie auf zwei ganz unterschiedlichen Seiten eines Konflikts stehen. Da wären zum Beispiel die Israelin Elana, deren Sohn, der bei einem Hamas-Anschlag starb, und Yaakob, ein Palästinenser, der seine Frau durch israelische Hand verloren hat - beide leben im Westjordanland und haben dort zwei Olivenbäume gepflanzt, um den Toten zu gedenken, liest Weimann. Besonders interessant findet sie die Freundschaft zwischen der Autorin und einem Mann, der im Buch Herr Radler heißt: Sie haben sich auf einer Demo kennengelernt, sie war als Journalistin dort, er als AfD-Anhänger. Schayani lotet aus, wie man sich jemandem annähern kann, der so andere Überzeugungen hat als man selbst, erfahren wir, viel geht über Witze, und ganz verloren scheint Radler auch nicht, kümmert er sich doch regelmäßig um einen geflüchteten Afghanen, mit dem er ebenfalls Freundschaft geschlossen hat. Die anderen Freundschaften in diesem Buch werden zwischen Demokraten und Republikanern oder Russen und Ukrainern geschlossen, liest die Kritikerin, sie berührt, wie hoch die Autorin die Freundschaft schätzt, ohne sie als Allheilmittel zu sehen. Humor und Menschlichkeit sind dafür entscheidend, resümiert sie die Lektüre.

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