Wir reden oft über die Liebe, erfahren sie in den unterschiedlichsten Formen - Eros und Agape, reine Lustempfindung und abstrakte Nächstenliebe, Pornografie und Sentimentalität -, aber wir verstehen nichts von ihr, oder fast nichts. Und wenn die Philosophie über sie spricht, droht sie sie verächtlich zu machen und zu verraten. Sie wird ausgehend vom Selbstbewusstsein zu einer Passion" erniedrigt, die als krankhaft, irrational und damit immer auch als fragwürdige Erscheinung gilt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2011
Wer mit dem Werk des französischen Phänomenologen und Religionsphilosophen Jean-Luc Marion vertraut ist, wird sich vom Titel nicht auf Abwege führen lassen sondern wissen, dass es auch beim Erotische nicht zuletzt um "Gott und die Welt" geht, meint Thomas Groß. Bei Marion ist die wahrhaftige körperliche Liebe ein wechselseitiges Genießen, das, wenn es zum Benutzen wird, die Grenzen zur Pornografie überschreitet. Der Rezensent sieht beim Autor einige Anleihen an die christliche Sexualethik, stellt aber fest, dass der realen Beziehungspraxis mit wechselnden Partnern Rechnung getragen wird. Obwohl aber doch mitunter "Ideal und Leben" in diesem "subtilen und erstaunlich ausführlichen" Buch ziemlich auseinander zu klaffen scheinen, lässt sich der Rezensenten schlussendlich von der psychologischen Plausibilität, die er darin erkennt, überzeugen.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…