Wenn es zur Zeit einen Generationenkonflikt gibt, dann diesen: Weder die linke Theorie noch die linke Partei von Mom und Dad haben es geschafft, die Verhältnisse so zum Tanzen zu bringen, wie es die Kids des Techno und ihre Rebellion des Körpers sich und uns vorführen. Eine Million Raver und Zuschauer kamen letztes Jahr zur Berliner Love Parade, das waren fast dreimal so viele Leute wie einst in Woodstock. Überraschendes Fazit: Jenseits von Hoch- und Massenkultur regiert Gemeinschaft statt Masse, geschieht eine unbekümmerte Entfaltung von Kreativität in der Warenwelt, die freier ist, als mancher entrüstete Kulturkritiker fassen möchte. Gabriele Klein beschreibt die gegenwärtigen Jugendszene, flanierend und wach, und sie geht jeden Beat mit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.07.2000
Pünktlich zum Tag der Berliner Love Parade bespricht Ralph Hammerthaler das Buch von Gabriele Klein, mit dem die Techno-Szene praktisch wie theoretisch unter die Lupe genommen wird. In der Techno-Szene stehen Körperlichkeit und Genuss an erster Stelle, darin kann der Rezensent der Autorin folgen, was gegen den Anschein häufig mit Triebverzicht oder zumindest Triebaufschub verbunden sei. (Aufschlussreich in diesem Zusammenhang, worin sich die Tanzstile der 70er und 90er Jahre unterscheiden, oder wie sich das Flirtverhalten verändert hat.) Für etwas übertrieben hält Hammerthaler Kleins Mutmaßungen über den politischen Charakter von Veranstaltungen wie die Love Parade. Auch hat sie für seinen Geschmack etwas zu viel theoretisches Geschütz gegen die Adornosche These von der kulturindustriellen Massenmanipulation ins Feld geführt. So schieße Klein im Eifer des Gefechts über das Ziel hinausschieße, wenn sie den Körper als den eigentlichen Adressaten der Kulturindustrie proklamiere. Ein Fehltreffer, der laut Hammerthaler am Verdienst dieses Buches nichts zu ändern vermag.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Ingo Schulze: Das Wasser im August Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler nach Mecklenburg. Eine Landschaft mit weitem Horizont und Wolken, die tief über die Seen ziehen.…