Wer sieht uns an? Und was wird dadurch aus uns? Einer, der es wissen muss, ist der bekannte Modeschöpfer KL, eine Ikone der Unnahbarkeit, der seit Jahrzehnten nicht zu altern scheint und immer gleich aussieht. Ein namenloser Erzähler fährt nach Paris, um mit KL über Schein und Sein, über den Tod und das Leben als Bild gewordene Instanz zu sprechen. Doch KL ist einer der eigensinnigsten und launischsten Gesprächspartner deutscher Sprache. Das Gespräch ist mit zahlreichen Reglementierungen und Auflagen verbunden. Und entwickelt sich schließlich in eine unerwartete Richtung. "KL - Gespräch über die Unsterblichkeit" ist die Fiktion eines Interviews mit einem Menschen, der in der Wirklichkeit die Fiktion seiner selbst zu sein scheint. Ein originelles literarisches Spiel, das überraschende Erkenntnisse bereithält: über den Bilderwahn unserer Zeit, den täglichen Kampf um Sichtbarkeit und die Angst vor dem Verschwinden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.03.2015
Martin Oehlen kann sich gut vorstellen, dass die Wörter, die John von Düffel seinem KL, seinem Karl Lagerfeld in den Mund legt, gar nicht so weit von der Wirklichkeit entfernt sind, eine geringe parodistische Unschärfe einmal abgesehen. Jedenfalls beherrscht auch der KL in "KL" die eigenwillige "Kunst der Schwadrosophie", ist Schwadroneur und Philosoph in einem, verrät der Rezensent. "Ein Wort sagt mehr als tausend Bilder", lässt er sich etwa über das absehbare Ende des Fotografierbaren belehren. Wo es um Mode geht, da knistert es in John von Düffels Buch, Fiktion hin oder her, verspricht Oehlen.
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