Juan Villoro

Das dritte Leben

Roman
Cover: Das dritte Leben
Carl Hanser Verlag, München 2016
ISBN 9783446249134
Gebunden, 288 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Susanne Lange. Lange Jahre nach ihrer wilden Zeit als Rockmusiker leben Mario und Tony ein neues Leben. Der eine ist Manager einer gläsernen Hotelpyramide, mitten im tropischen Dickicht an der Küste von Mexiko. Der andere versucht dort gerade, die Bewegungen der Fische im Aquarium in Klänge umzuwandeln. In "La Pirámide" wird gelangweilten Europäern der ultimative Kick geboten: Während die Gewalt der einheimischen Drogenmafia keine Grenzen kennt, vergnügen sich die Gäste mit russisch Roulette oder kurzfristigen Entführungen durch Guerilladarsteller. Als zwei Taucher brutal ermordet werden, hört der Spaß auf und Mario weiht Tony in das Geheimnis seines dritten Lebens ein. Eine Persiflage auf unsere Gegenwart, die dekadenter und dämlicher nicht sein könnte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.07.2016

Seinem Credo, den Barock und den Surrealismus Mexikos in die Literatur zu bringen, wird Juan Villoron in seinem neuen Roman "Das dritte Leben" gerecht, versichert Rezensent Ralph Hammerthaler. Und so folgt der Kritiker gebannt dem in seinem Heimatland längst geschätzten Autor und Intellektuellen, wie er versucht, der Drogenmafia, der Gewalt und dem staatlichen Versagen in Mexiko mit "Sinn fürs Absurde" literarisch Herr zu werden: indem er die Geschichte von Tony Gongora erzählt, der zunächst als Rock-Bassist mit übermäßigem Drogenkonsum auftritt, schließlich in einem Hotel in der Karibik arbeitet, wo für übersättigte Europäer und US-Amerikaner Entführungen inszeniert werden bis er letztendlich ein drittes Leben mit seiner neuen Familie gründet. Dass Villoro der Geschichte mit einem Mordfall Spannung und "Schwung" verleiht und auch seine Nebenfiguren mit großem Interesse schildert, hat dem Rezensenten sehr gefallen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.07.2016

Joan Villoro beschreibt in seinem Krimi "Das dritte Leben" ein rundum zerrüttetes Mexiko, verrät Eberhard Geisler: Touristen, Drogen, Armut, großindustrielle Umweltverschmutzung und Naturkatastrophen setzen dem Land und den Menschen unaufhörlich zu, erklärt der Rezensent. Kein Wunder also, dass zwei Leichen am Strand eine Vielzahl von Schuldigen infrage kommen lassen, so Geisler. Villoro ist in seinen Beschreibungen routiniert und effektiv, lobt der Rezensent, sauberes Schreibhandwerk, das wunderbar ins Reisegepäck passt, findet Geisler.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2016

Rezensent Niklas Bender lobt sich den Krimiplot des neuen Romans von Juan Villoro. Dass die Wechselfälle der Handlung sich vor allem im Innern des Amateur-Ermittlers abspielen, einem Ex-Junkie und Tontüftler, der in einer mexikanischen Ferienanlage arbeitet, findet er okay. Es treten auf ein schmieriger Brutalo-Polizist, ein dubioser Konzern und ein Inspektor im Kampf mit der Mafia. So weit, so gut. Leider, meint, Bender, ist die Figurenzeichnung nicht durchweg gelungen, und vieles bleibt literarisch unausgearbeitet. Gut gefallen hat ihm die "fröhliche" Schärfe, mit der Villoro das Tourismusgeschäft und die Sinnleere der Ersten Welt analysiert.

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