Alles dreht sich um Califa, oder kurz: CLF. Die Militärführung in Nomandy, auf der anderen Seite des Ozeans, hat Zugriff auf das neue atomwaffenfähige Element - aber was ist mit Cistransatia, dem Gegner im Osten? In der aufgeheizten Stimmung eines geteilten Kontinents, auf dem sich die Weltmächte an den Zonengrenzen des seit dem Krieg besetzten Potatis nahekommen, scheint jede Entscheidung unkalkulierbare Konsequenzen zu haben. Die Börse in der Seestraße wird überraschend geschlossen, um auch die Währung an Califa zu koppeln, ein unruhevoller Abgeordneter wittert den Krieg und wird zum Problem, cistransatische Wissenschaftler entwickeln einen Gas-Abwehrschirm und leiten die Evakuierung in die unterirdische Hestermannstadt ein. Denn am Besprechungstisch im Politbüro muss dem "Alten" gebeichtet werden, dass in Cistransatia kein CLF vorhanden ist - doch das weiß in Nomandy niemand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2024
Eine Wiederentdeckung nicht gerade ersten Ranges ist dieser Roman Justin Steinfelds laut Rezensent Tobias Lehmkuhl. Lehmkuhl vermutet, dass Steinfeld, der zeitlebens keine Romane veröffentlicht hat, ihn Ende der 1940er geschrieben hat, da es in der Geschichte um das Wettrüsten zweier Mächte geht, dem Westreich Panterra und dem Ostreich Cistransia, was die Frühphase des Kalten Kriegs spiegelt. Diese Grundsituation wird von Steinfeld mit viel Personal und erfundener Technologie aufgefüllt, Feuerwände schützen in diesem Buch vor Atombomben, irgendwann kracht es dennoch und der Krieg ist nicht länger kalt. Ziemlich männlich dominiert ist dieses Buch, meint Steinfeld, eine Liebesgeschichte zwischendrin nimmt nicht viel Raum ein, vor allem aber bleiben die Figuren psychologisch alle äußert platt, insgesamt möchte diese Prosa dynamisch sein, wirkt aber stets steril. An Verlautbarungssprech und an Olaf Scholz fühlt Lehmkuhl sich erinnert. Große Literatur sieht anders aus, so das Fazit.
Rezensent Enno Stahl hält die Lektüre von Justin Steinfelds wiederentdecktem Roman von 1952 für lohnend. Zum einen, da der Autor eine humorvolle, temporeiche, expressionistisch tönende Sci-Fi-Satire auf die Blockbildung und atomare Aufrüstung zwischen Ost und West vorlegt, zum anderen, weil Steinfeld als emigrierter Jude in seinem Text "prophetisch" über den jüdisch-palästinensischen Konflikt nachdenkt. Der Roman muss ohne Protagonistenfeinzeichnung und Psychologisierung auskommen und fokussiert stattdessen auf ökonomische und politische Prozesse, erläutert Stahl.
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