Herausgegeben von Achim Eschbach und Jens Kapitzky. Bühler selbst hatte mit diesem Buch zunächst nichts weiter als einen Vorschlag zur Überwindung der Methodenkrise innerhalb der Psychologie der zwanziger Jahre machen wollen, deren Defizite und Schwierigkeiten er am Phänomen der Sprache ausführlich erläutert. Bühlers Krise kommt heute unter anderem deshalb noch eine so überragende Bedeutung zu, weil er nicht nur eine eigene Axiomatik der Psychologie vorschlägt und begründet, sondern weil diese Axiomatik zugleich einige der Fundamente der modernen Sprach-, Zeichen- und Kommunikationswissenschaft legt, die in wesentlichen Hinsichten bis in die Gegenwart hinein Gültigkeit beanspruchen dürfen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2001
Die Herausgeber Achim Eschbach und Jens Kapitzky haben Karl Bühlers erstmals 1927 erschienenen Band "Die Krise der Psychologie" sorgfältig ediert und mit einem "erhellenden" Nachwort versehen, lobt der Rezensent Martin Stingelin. An der Schrift des 1963 verstorbenen Gestalt-, Kinder- und Sprachpsychologen - der erste Band einer auf acht Bände angelegten Werkausgabe des Velbrück Verlags - übt der Rezensent aber Kritik. Zwar seien manche Ausführungen auch heute noch aktuell. So etwa Bühlers Erörterungen über die Schwierigkeiten der Psychologie, ihre vielen unterschiedlichen und sehr komplexen Ansätze unter einen Hut zu bringen. Aber sein hier erstmals erörtertes Integrationsmodell hält der Rezensent für überholt. Er bedauert, dass Bühler in seine Analyse die systematische Terminologie des amerikanischen Philosophen Charles Sanders Peirce nicht einbezogen hatte. Positiv bewertet der Rezensent aber Bühlers Vorbehalte gegen Freuds These vom Todestrieb, der er eine überzeugende Psychologie des Kinderspiels entgegengesetzt habe.
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