Matthes und Seitz, Berlin 2026
ISBN
9783751810777 Gebunden, 140 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Welche Rollen konnten Nonnen früher in Gesellschaft und Kunst übernehmen, welche Möglichkeiten haben Frauen heute? Kann Rückzug ein Akt der Selbstbestimmung sein - oder ist er Kritik an gesellschaftlichen Zwängen? In ihrem Gebetsbuch MARIAMACHINA verknüpft die Lyrikerin und Performancekünstlerin Kinga Tóth traditionelle Gebete und die Stimmen heiliger Frauen vom Mittelalter bis heute mit den Erfahrungen moderner Frauen. Dabei treten Nonnen, Liebende, Kämpferinnen, Cyborgs und selbstkompostierte Frauen ins Gespräch, verschmelzen in einer vielstimmigen Collage aus liturgischen Fragmenten, Alltagsgegenständen, Ostblockhexenriten und neuen Sprachbildern Vergangenheit und Gegenwart. Was daraus entsteht, ist ein kollektives Gebet für Freiheit, Gleichgerechtigkeit und Care, eine radikal-poetische Anrufung sowohl des Menschen als auch des Mehr-als-Menschlichen.
Beate Tröger preist die Sprachlust und die Originalität von Kinga Toths Gedichten. Die teils während der Orban-Ära entstandenen Texte der westungarischen Autorin und Performerin sprechen laut Tröger vom Leben als oppositioneller Künstlerin unter verschärften Bedingungen. Dass die Autorin nunmehr auf Deutsch schreibt, liegt an einer Kindheit in der Grenzregion zu Österreich, erklärt Tröger, die Toth anerkennend auch als "Sprachwanderin" bezeichnet. In den von Zeichnungen der Autorin begleiteten Gedichten spürt Tröger sowohl die Bedrohung durch die Verhältnisse als auch die Sehnsucht nach Humanität und das Aufbegehren einer Frau gegen die Umstände.
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