Klaus Theweleit

Deutschlandfilme

Godard, Hitchcock, Pasolini. Filmdenken & Gewalt
Cover: Deutschlandfilme
Stroemfeld Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783878778271
Gebunden, 295 Seiten, 24,00 EUR

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.06.2004

"Der Abgrund zwischen Sehen und Denken ist groß, aber wie man sieht, kann man ihn überbrücken." So beschließt Rezensent Andreas Kilb seine fast durchgängig preisende, zuweilen im Lob geradezu schwelgende Besprechung dieses Buchs von Klaus Theweleit. So werden vor allem alle möglichen Einwände gegen das Buch, die der Rezensent zunächst gelten zu lassen scheint, sogleich in Vorzüge umgewendet. Der "intellektuelle Übermut" Theweleits etwa sei zwar auch "eine Schwachstelle" des Buches, zugleich aber "seine größte Stärke". Denn es gehe hier nun einmal nicht darum, "in einem abgegrenzten filmischen Forschungsbereich recht zu behalten". Es gehe vielmehr, "auf jeder Seite und in jedem Satz, ums Ganze des Kinos", um die Frage also, "warum es sich überhaupt lohnt, Filme zu drehen und Filme zu sehen." Und wenn auch einiges Geröll, "Meinungsschutt" vor allem, mitfließe, so ergeben sich für Kilb doch gerade daraus immer wieder auch "Sätze, die man so noch nicht gelesen hat." In alldem ist das Buch für Kilb nämlich, so versteht man am Ende, "ein Stück praktizierte Filmtheorie: kinematographisches Denken, das ohne den Umweg über ein System, einen pseudowissenschaftlichen Rahmen direkt von den Bildern, den Filmen spricht." Mehr noch: Theweleit, so fasst der Rezensent zusammen, betreibe hier nicht "Filmtheorie", sondern "eine filmische Form von Theorie".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.12.2003

Auch in seinem neuen Buch hat sich Klaus Theweleit dem Thema gewidmet, das ihn seit zwei Jahrzehnten umtreibt, meint Fritz Göttler, nämlich der Darstellung und der Darstellbarkeit des Faschismus. Dafür hat der Autor drei Filme von Hitchcock, Pasolini und Godard näher betrachtet und die darin eingefangenen "Strukturen und Mechanismen" des Faschismus analysiert, so der Rezensent beeindruckt. Insbesondere den Film "Der zerrissene Vorhang" von Hitchcock, in dem dieser ein äußerst "treffendes Mentalitätsbild" der DDR zeichnet, ohne je dort gedreht zu haben, hat Theweleit mit "Vergnügen" besprochen, bemerkt Göttler eingenommen.

Beliebte Bücher

Caroline Wahl. 1999 Meter über dem Meer - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer
Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…