Schillernde Figur? Ewiges Enfant terrible? Virtuoser Multitasker? Keine leichte Aufgabe, Leander Haußmann zu beschreiben: Theaterregisseur. Schauspieler. Intendant. Filmregisseur. Drehbuchautor. Komödienspezialist. Und wenn man weiter zurückblickt: Ossi-Jugend. NVA-Wehrdienst. Schauspielschule Ernst Busch ... Leander Haußmann erzählt Szenen aus einem Leben, in dem sich Zeitgeschichte, Kulturgeschichte und eine turbulente Familiengeschichte überkreuzen: Theaterabenteuer in der tiefsten DDR-Provinz, kuriose Stasi-Überfälle und rekordverdächtige Alkoholexzesse, eine Druckerlehre mit gefährlichen Druckmaschinen, die missglückte Ehe der Großmutter mit Hermann Hesse, Ausreiseanträge und Mauerfall, Prügeleien und entsicherte Pistolen in der Bochumer Theaterkantine, Filmfestivaldepressionen, Burnoutkrisen und nächtliche Nacktszenen auf Leipziger Hotelfluren. Doch insgeheim ist das Buch ein nachgeholter Dialog mit dem vor zwei Jahren verstorbenen Vater, dem Schauspieler Ezard Haußmann, dem der Sohn mit seinem Buch ein Denkmal setzt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.10.2013
In jedem Fall hat sich Rezensentin Christine Dössel mit Leander Haußmanns launiger Biografie "Buh. Mein Weg zu Reichtum, Schönheit und Glück" gut unterhalten. Vergnügt liest sie etwa Anekdoten, wie jene, als Haussmann und sein bester Freund Uwe Dag Berlin vor uniformierten Volkspolizisten am Landestheater Parchim ein Stück inszenieren, in dem ein "ekstatisch strippender Volkspolizist" auftritt. Während die Kritikerin insbesondere über die DDR-Geschichten des "eulenspiegelnden" Regisseurs lacht, liest sie auch berührt, wie er den ebenso gehassten wie geliebten Vater Ezard Haußmann in den Tod begleitet und sich daran erinnert, wie der Vater sich in einer "Don Carlos"-Inszenierung unter der Regie des Sohnes weigert, sich "an den Sack zu fassen". Fast ein wenig kokett erscheinen der Rezensentin Haußmanns Betonungen seiner Niederlagen, während die Erfolge kaum erwähnt werden. Darüber hinaus vermisst Dössel überhaupt Einblicke in die triumphalen Jahre des Regisseurs. Und so wünscht sich die Kritikerin, dass Haußmanns Alters-Memoiren ein bisschen weniger "oberflächlich" und "notorisch unterhaltsam" werden.
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