Leslie Jamison

Der Gin-Trailer

Roman
Cover: Der Gin-Trailer
Hanser Berlin, Berlin 2019
ISBN 9783446262003
Gebunden, 352 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Kirsten Riesselmann. Als junge Frau läuft Tilly von zu Hause weg und landet in der schäbigen Unterwelt Nevadas, wo sie statt des großen Glücks nur Drogen, Alkohol und die falschen Männer findet. Eines Tages, nachdem Tilly beinahe dreißig Jahre lang keinen Kontakt zu ihrer Familie hatte und sich in einem Trailerpark in der Wüste fast zu Tode getrunken hat, steht ihre Nichte vor der Tür ihres Wohnwagens und zwingt sie zu einem Neuanfang. Der Gin-Trailer erzählt die Geschichte der eigentümlichen Beziehung, die zwischen den beiden entsteht.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.01.2020

Eigentlich hat Rezensentin Susanne Messmer diesen Roman gern gelesen: Es hat ihr gefallen, dass die Hauptfigur Stella sich so verloren fühlt, dass sie sich lieber mit den Leben anderer als mit ihrem eigenen beschäftigt. Außerdem fand sie es interessant, dass Stellas Versuch, ihrer alkoholkranken und verwahrlosten Tante einen Neuanfang zu verschaffen, sich als Suche nach der Antwort darauf lesen lässt, warum es in jeder Familie ein schwarzes Schaf gibt. Der trockene Humor der Autorin passt sehr gut dazu, wie Messmer findet. Nur gegen Ende war Jamison für Messmers Geschmack zu sehr an einer runden Geschichte gelegen, weshalb der Roman in den Augen der Kritikerin ein wenig Brisanz eingebüßt hat: Nicht alles muss sich schlüssig erklären lassen, meint sie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.10.2019

Auch wenn der Rezensent Xaver von Cranach Leslie Jamisons Essays etwas besser findet als diesen Roman - letzterer schwächelt wegen der komplizierten Sprachbilder, meint er - ist er sehr froh, dass ihr Debüt über die Versuche Stellas, ihre Tante Tilly vor sich selbst zu retten, nun doch noch ins Deutsche übersetzt wurde. Was die alkoholkranke Jamison nämlich in ihren Essays intellektuell erklärt, dass "hinter jeder Suchtgeschichte eine Lebensgeschichte steckt", macht sie hier dem Kritiker zufolge fühlbar: Es tut ihm regelrecht weh, der Alkoholikerin Tilly immer wieder beim Scheitern zuzusehen, obwohl er ihr angesichts des ganzen Dramas doch endlich Glück wünscht. Umso wertvoller hat Cranach jedoch die Lektüre empfunden.

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