Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783803133922 Broschiert, 160 Seiten, 20,00
EUR
Klappentext
Aus dem Spanischen von Matthias Strobel. Vier Studenten - Munir, G, Ernesto und Álex - reisen in den Semesterferien von Madrid nach Südfrankreich, um bei der Weinlese zu arbeiten und "Erfahrungen zu sammeln". Denn drei von ihnen wollen unbedingt Schriftsteller werden. Doch die Dinge laufen nicht wie geplant: Die Jungs landen auf einem Campingplatz, wo eine diffus bedrohliche Stimmung herrscht. Und statt der romantischen Weinernte finden sie nur einen prekären Job in einer Hühnermastanlage. Munir Hachemi erzählt von einer tatsächlichen Erfahrung - und er verhandelt auf originelle Weise die Frage, wie von etwas Wahrem überhaupt erzählt werden kann.
Zum Geldverdienen bleiben spanischen Studenten im Sommer wenig Optionen, liest Rezensent Maximilian Mengeringhaus. Der Erzähler und seine Kumpel entscheiden sich für die Weinlese in Frankreich, machen sich auf den Weg in Richtung Bordeaux, aber zu heftiger Regen hat die gesamte Ernte zerstört, lesen wir. Die Zeitarbeitsfirma, bei der sie sich melden, schlägt stattdessen eine Geflügelfarm vor, in der die Jungs Schreckliches sehen und "knöcheltief durch Legehennenscheiße" stapfen, schüttelt sich Mengeringhaus. Als dann plötzlich im Umfeld der Farm einige seltsame Unfalltode geschehen, in die wohl auch die Marine involviert ist, wird die Geschichte zu einem narratologisch komplexen Unterfangen, wie sich der Kritiker freut. Er liest von einem Ich-Erzähler, der sicher nicht zufällig so heißt wie der Autor, der vehement behauptet, hier nichts als die Wahrheit zu erzählen und der dafür seine Tagebuchnotizen zu Rate zieht und dann ziemlich schonungslos von blutiger Geflügelzucht und blutiger menschlicher Schuld erzählt. Ein "schwarzhumoriger Abgesang", der kluge Anleihen bei André Breton und Roberto Bolano nimmt, freut sich der Kritiker.
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