Früher war das einfacher: Als Henry Ford und Robert Bosch ihre Imperien aufbauten, stand der Inhaber als Vaterfigur und Identitäts-Stifter an der Spitze des Unternehmens, sein Geld, seine Vision, oft auch seine Erfindung waren Motor des Wirtschaftsunternehmens, dem sie weit mehr als ihren Namen gaben. An die Stelle dieser Personen ist die Frage nach der Corporate Identity von Unternehmen getreten. Mit welchen Werten und Haltungen verfolgt das Unternehmen welche Ziele und Visionen? Welche Produkte und Dienstleistungen bietet es welchen Zielgruppen mit welcher Preispositionierung an? Und wie kommuniziert es visuell und verbal? Wer Corporate Design gestalten will, muß die Corporate Identity kennen. Und die ist - ebenso wie beim Menschen - kein starres Regelwerk, sondern ein lebendiger Prozess.
Wolfgang Müller ist beeindruckt, aber auch ein bisschen gelangweilt von der optimistischen Klarheit, mit der in diesem Buch Inhalte vermittelt werden. Es geht um die für ein Unternehmen heute so wichtige Corporate Identity, deren "wichtigsten Merkmale und Strategien" umfassend behandelt werden. Müller vermisst einfach "ein paar Negativbeispiele." Gescheiterte Unternehmensstrategien werden hier nämlich nur angedeutet, nicht analysiert. Dementsprechend "positiv, motivierend und möglichst eindeutig formuliert" kommt dem Rezensenten das alles vor. Ihm fehlt eine zweite Ebene.
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