Robert Stripling

Über Flüche

Album II
Cover: Über Flüche
Kookbooks Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783948336127
Gebunden, 360 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Als Isaak vom Opferberg zurückkehrte, hatte er den Glauben verloren. Er war der Widder. Mutter muss alles in seinen Augen gesehen haben. Wie dauern Flüche an? Wie weben sie ihre Auswirkungen durch Jahrhunderte? Nicht allein steht man plötzlich in der Familiengeschichte, sieht Verlinkungen - eine Tafel Schokolade, die über Generationen die Schuldfrage aufrechthält, warum hat man nicht alles gegeben? Das Lazarett Karlsbad. Gibt es Tote, die sich später melden, wenn die Zeit reif ist - als Gespenster oder ganz und gar wirkliche Lieben, die ins Fleisch schneiden? Als Misshandlungen? Wie lassen sich Flüche überwinden? Über Flüche. Album II erzählt die Orte, in denen sich Bewusstsein mit Erinnerung überlagert und verstrickt; Erinnerung, die älter als der eigene Körper erscheint - nah der tschechischen Grenze, das zarte Fleckchen Kindheit am ehemaligen Dreiländereck, zwischen Tschechoslowakei, DDR und BRD. Hier ging nach Kriegsende ein Soldat heim und wurde erschossen. Ein Spatz im Dom Mariä Heimsuchung in Augsburg flattert die bunten Fenster ab, das Gebäude seine gewaltige Voliere. In einem Blumenladen plötzlich der Satz einer Kinderstimme: "Niemand hat das Recht mich zu verletzen." Wie die Sprache befreien, in die mit jedem Wort Verletzlichkeit eingeschrieben steht? 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 13.04.2026

Robert Stripling setzt sich über jegliche Genregrenzen hinweg, freut sich Kritiker Matthias Kniep, der von dessen vielfältigem "Album" ganz hingerissen ist. Marktgängig ist diese Literatur vielleicht nicht, aber ein "EKSTATISCHES AUSSCHWÄRMEN": Um die Kindheit geht es, um die Trauer der Mutter, die aus Schlesien stammende Großmutter und um den "Weltschlamassel", wie Kniep schreibt. In diesem "erzählerischen Erntekranz" wird die Aufmerksamkeit allen Details gleichermaßen zuteil, es ist aber kein Selbstgespräch, versichert der Rezensent, immer wieder wird dialogisch geschrieben. Er freut sich, dass neben Striplings Buch auch noch "Z Ypsilon X" von Peter Waterhouse erscheint, das so ähnlich aufgebaut ist - diese beiden Bücher sind ein gutes Zeichen für die deutschsprachige Literatur. 
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