Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518433140 Gebunden, 173 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Tanja Handels. Der Vater einer, wie man ihn sich kaum vorstellen kann: Von allen nur "Löwe" genannt, ist er Zeit seines Lebens ein charismatischer Bonvivant. Polospieler, Rennfahrer, Ex-Sträfling, leidenschaftlicher Fallschirmspringer und tief im Herzen eben immer ein Träumer. Für die Tochter gleicht der Vater einem Halbgott, der auf die Erde herabsteigt und dabei auf jede erdenkliche Weise - durch Schulden, Drogen, Affären - zu Fall kommt und sie mitreißt. Von diesen Stürzen erzählt die Tochter, als sie selbst Mutter geworden ist, von den vielen Enttäuschungen ihrer unsteten Kindheit und Jugend zwischen England, Argentinien und Peru und von der unvergessenen Euphorie, die es bedeutet, einen überlebensgroßen Vater zu haben.Sonya Walger hat ein Denkmal erschaffen, an den Vater, an das Tochter-Sein, an die eine Beziehung, an der sich trotz allem Widerstand das ganze Leben orientiert.
Äußerst knapp, aber hymnisch bespricht Meike Feßmann dieses Buch der Schauspielerin Sonya Walger über deren Vater. Der argentinische Lebemann glänzte vor allem durch Abwesenheit, wechselte Frauen wie Jobs und Kontinente, saß im Gefängnis und wickelt die Tochter doch immer wieder durch Charme und Schönheit ein. Wie Walger davon erzählt, "flamboyant", mit faszinierenden Bildern und Szenen, und doch so reduziert, dass es sich "wie Lyrik liest", findet Feßmann virtuos.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.07.2026
Rezensentin Cathrin Kahlweit wird schier umgehauen von diesem autobiografisch geprägten Roman der Schauspielerin und Podcasterin Sonya Walger. Sie widmet das Buch ihrem inzwischen verstorbenen Vater, der für Walger sehr wichtig war, auch wenn der eine äußerst ambivalente Figur war. So wähnt sich die Kritikerin bisweilen in dem an Clffhangern reichen Roman in einem Hollywood-Film: Von Frau zu Frau, von Peru über diverse europäische Städte bis nach Argentinien folgen wir diesem bildschönen "schillernden Narzissten", der mit Drogen und Waffen handelte, im Gefängnis landete und nach einem Fallschirmabsturz zum "verbitterten Krüppel" wurde, wie Kahlweit resümiert. Und doch konnte er "lieben wie kein anderer". Wie Walger von ihrer Zerrissenheit zwischen Liebe und Hass schreibt, literarisch und nie selbstherapeutisch, findet die Kritikerin beeindruckend.
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