Der Politikwissenschaftler Thomas Rid ist sich sicher: Ein Cyberkrieg findet nicht statt. Den bisher dokumentierten Cyberattacken fehlen die zielgerichtete Gewalt gegen Menschen und die brutale Zerstörung, die untrennbar mit einem Krieg verbunden sind. Beruhigt zurücklehnen können wir uns dennoch nicht. Denn Thomas Rid macht auch klar, dass aus dem Cyberspace durchaus reale Gefahren wie Spionage, Sabotage und Subversion drohen. Kenntnisreich und spannend erzählt er von Spionageangriffen, von Sabotageakten und von Versuchen, mithilfe der Informationstechnologie Regierungen zu destabilisieren und Umstürze einzuleiten.
Wir müssen begreifen, wer vom Mythos Cyberwar profitiert. Und wir müssen definieren, welchen Gefahren wir wirklich ausgesetzt sind, um den Sicherheitsanforderungen gut vorbereitet begegnen zu können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2019
Christian Hartmann sieht den Punkt nicht von Thomas Rids Argumentation. Der Autor möchte Entwarnung in Sachen Cyberkrieg geben, bietet in seinem Buch aber einen Haufen Beispiele für die Bedrohung durch Schadprogramme wie Stuxnet und die Wirksamkeit von Hacker-Angriffen auf Paypal und Co. Dass solche Programme nicht direkt auf Menschen wirken, wie der Autor behauptet, überzeugt Hartmann nicht. Kriege, meint er, bedienen sich längst indirekter Formen der Auseinandersetzung.
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