Mit zahlreichen Abbildungen. Der in der South Side Chicagos aufgewachsene Anthony Braxton (*1945) gehört seit über einen halben Jahrhundert zu den innovativsten, produktivsten und prägendsten Protagonisten der creative music. Unangepasst und kompromisslos seinen Visionen und Überzeugungen folgend, hat er sich in die Annalen der neueren Musikgeschichte mit unverwechselbarer Handschrift eingeschrieben: als bahnbrechender Komponist, mitreißender Performer, aufsehenerregender Improvisationsmusiker, überragender Multiinstrumentalist, eigensinniger Denker und unermüdlicher Mentor junger Musikerinnen und Musiker. Das reich illustrierte Buch verfolgt Braxtons Werdegang und beleuchtet sein beispiellos vielfältiges Schaffen erstmalig in einer ausführlichen Gesamtdarstellung.
Helmut Böttiger könnte sich keinen besseren Autor für eine Monografie über Anthony Braxton vorstellen als Timo Hoyer, denn der ist laut Kritiker ein "ausgesprochener Braxton-Nerd". Und so spürt der Rezensent die Leidenschaft des Autors für den Jazz-Musiker auf allen Seiten: Er erfährt etwa, wie jener sich schon in jungen Jahren mit seiner Familie zerstritt, weil diese fand, Braxtons Vorliebe für John Coltrane und Ornette Colman habe in "Schwarzer Musik" nichts zu suchen. Dabei revolutionierte Braxton nicht zuletzt im Kontakt mit dem Kollektiv AACM die schwarze Musik, liest der Kritiker. Hoyer möchte Braxton aber nicht nur als Jazz-Musiker verstanden wissen, sondern auch als exzellenten Gegenwartsmusiker, fährt der Kritiker fort: Ein wahrer "Türöffner" war für Braxton die Begegnung mit der Musik von Arnold Schönberg. Dass Hoyers Aufmerksamkeit kaum einzelnen Braxton-Stücken gilt, geht für Böttiger in Ordnung.
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