Tom Clancy

Command Authority

Kampf um die Krim
Cover: Command Authority
Heyne Verlag, München 2014
ISBN 9783453269651
Gebunden, 848 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Michael Bayer. Der Aufstieg zur Macht des neuen starken Mannes in Russland verdankt sich dunklen Machenschaften, die Jahrzehnte zurückliegen. Ausgerechnet President Jack Ryan war daran nicht ganz unbeteiligt, aber er ist auch der Einzige, der jetzt den Übergriff einer wiedererwachten Weltmacht auf die Krim stoppen kann. In einem fiktiven, aber nicht minder wirklichkeitsnahen Szenario zeigt Tom Clancy auf beeindruckende Weise, wie schnell alte Fronten wieder stehen, wenn Großmachtstreben und wirtschaftliche Interessen sich in die Hand spielen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.06.2015

Gerhard Matzig outet sich fröhlich als Tom-Clancy-Fan, pocht aber darauf, keinen an der "Militariawaffel" zu haben: Man müsse einfach das ganze Wehrkundezeug überblättern, diese seitenweise Auflistung der Ränge und Gerätschaften, die von Armee und Geheimdiensten zum Einsatz gebracht werden. Und auch auf die Sprache und Dramaturgie dürfe man nicht allzu viel geben. Denn das Tolle an Clancys Thrillern sei ihre politische Fundierung, schwört Matzig. In seinem letzten, bereits 2013 zusammen mit Mark Greaney verfassten Roman antizipiere Clancy nämlich die Annektion der Krim, staunt Matzig, und male den Kampf zwischen dem amerikanischen Präsidenten Jack Ryan und seinem russischen Widersachen in dramatischsten Farben aus. Ein bisschen indigniert stellt Matzig nur fest, dass Europa für Clancy eine "völlig unbekannte Macht sei". Oder sollte er damit richitg liegen?

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 15.11.2014

Endlich wieder Kalter Krieg, amüsiert sich Rezensent Elmar Krekeler: Die Sache mit den Islamisten ist schließlich viel zu unübersichtlich. Wohl schon deshalb konstruiert sich der 2013 verstorbene Thrillerautor Tom Clancy mit allerdings fast visionärer Gabe ein Revival früherer geopolitischer Frontstellungen, erklärt der Kritiker: Dass Clancy kraft detaillierter Recherche Monate vor der Maidan-Besetzung und der Krim-Krise einen russischen Oligarchen, der jeden Putin-Ähnlichkeitswettbewerb gewinnt, unter anderem auch nach der Krim greifen lässt, findet er schon famos. Weit weniger enthusiastisch fällt dafür Krekelers Urteil über den eigentlichen Roman aus: Für diese "Schlachtenplatte für Geheimdienstnostalgiker" ergeht sich Waffennarr Clancy in Dutzenden Seiten detaillierter Waffenkunde, stöhnt der Rezensent, dem außerdem nicht nur das in rauen Mengen ausgeschüttete Testosteron in diesem, im übrigen "schlampig" übersetzten, Roman übel aufstößt, sondern auch die mangelnden literarischen Fähigkeiten des Autors.
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