Sklaven, Vodou und ein endloser Kampf um Befreiung
Rotpunktverlag, Zürich 2026
ISBN
9783039731022 Gebunden, 400 Seiten, 34,00
EUR
Klappentext
Haiti sei "das ärmste Land der westlichen Hemisphäre". So steht es in so gut wie jedem Zeitungsartikel über diesen karibischen Staat. Und doch ist Haiti reich an Geschichte, Kultur und Menschlichkeit. Dieses Buch erklärt, wie Haiti nach dem erfolgreichen Sklavenaufstand gegen die französische Kolonialmacht gezielt zu einem postkolonialen Armutsstaat gemacht wurde und warum trotzdem der Widerstandsgeist von damals bis heute nicht gebrochen worden ist. Es zeigt, wie Haitianer:innen die Welt sehen, wie sie fühlen und wie sie ihre Traditionen bis heute schützen. Zum ersten Mal in deutscher Sprache wird die Geschichte Haitis von unten erzählt. Sie handelt von einfachen Leuten, deren Vorfahren aus Afrika verschleppt und versklavt wurden. Von Menschen, die auf der karibischen Insel eine neue, einzigartige Kultur schufen, die ihnen die Kraft gab, das napoleonische Heer unter hohem Blutzoll zu vertreiben. Sie verteidigen diese Kultur bis heute, gegen alle Versuche, sie als hinterwäldlerisch und unzivilisiert darzustellen. Und sie kämpfen noch immer um ihre Befreiung, auch gegen die eigene Elite.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 21.09.2026
Rezensentin Sieglinde Geisel erkennt schnell, dass der Journalist Toni Keppeler nicht viel Hoffnung hat, was die Entwicklungsmöglichkeiten Haitis angeht. Dennoch verbindet Keppelers Buch den glasklaren Blick auf die desaströse Lage im Land mit anschaulichen, nicht exotisierenden Darstellungen des Alltags und der reichen Kultur des Landes, die Geisel tief beeindrucken. Kenntnisreich und engagiert berichtet der Autor laut Geisel von der kolonialen Geschichte Haitis und deren Folgen und stellt eine Welt dar, in der Natürliches und Übernatürliches ineinander fließen. Für Geisel eine spannende wie lehrreiche Lektüre.
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