Nirgends auf der Welt kann man heute einen vergleichbaren Kulturschock erleben. Japan ist anders. Doch wie ist Japan? Was stellen wir uns denn vor? Japaner sind arbeitssüchtig und nehmen aus Pflichtgefühl keinen Urlaub. Sie leben in kleinen Hütten und schlafen auf niedrigen Betten, während sie "Hi-Tech" immer "higher" schrauben. Japan kauft unsere Unterhaltungsindustrie, Japan ist pleite, Japaner, das sind doch diese in Rudeln auftretenden Menschen, die alles fotografieren - das Bild Japans schillert zwischen Überhöhung und Geringschätzung. Uwe Schmitt, ehemaliger Ostasienkorrespondent der FAZ, hat keinen neutralen Reisebericht geschrieben. Sein Buch handelt von Faszination und Abwehr, von Urteilen, Vor- und Fehlurteilen, von mächtigen Anziehungs- und Abstoßungskräften.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.05.2000
Ein Buch über Japan, fern von Klischees wie Kimonos und Kirschblüte, schwärmt der Rezensent mit dem Kürzel "Hng". Der Autor Uwe Schmitt war sieben Jahre lang Korrespondent der "Frankfurter Allgemeinen" in Japan, und seine Bilanz vermittelt in siebzehn Kapiteln viel über Geschichte und Kultur des ostasiatischen Inselstaates: "Die besten Passagen" des Buches jedoch sind der Schilderung des Alltags gewidmet, dessen allmähliche Enträtselung Schmitt mit Hilfe seiner japanischen Frau gelungen ist, meint der Rezensent. Besonders beeindruckt zeigt sich "Hng" vom den Gemeinschaftssinn betonenden Baderitual: gereinigt werde sich vorher, so daß das Badewasser auch von weiteren Familienmitgliedern genutzt werden könne. Das Buch enthält außerdem ein umfangreiches Glossar zu Japan.
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