Gekürzte Lesung von Walter Renneisen. Als der Vater von Valentin Senger 1911 in die Kaiserhofstraße 12 in Frankfurt zog, hoffte er, dass seine Odyssee am Ende war: In Russland vor der zaristischen Geheimpolizei geflüchtet, hatte sich der Kommunist mit gefälschten Pässen über die Schweiz in das liberale Frankfurt abgesetzt. Hier wuchsen auch Valentin Senger und seine beiden Geschwister auf. Als die Nazis 1933 die Macht übernahmen, war die Familie wegen ihres kommunistischen Engagements und ihrer jüdischen Herkunft doppelt gefährdet. Und dann geschah das große Wunder: Mit Hilfe von zahllosen Freunden, Nachbarn und Helfern, mit mutigen Behördenmitarbeitern und einer großen Portion Glück überlebten sie die zwölf Jahre von SS und SA unentdeckt in ihrer Wohnung in der Kaiserhofstraße 12. Dieses Hörbuch erzählt ihre Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.04.2010
Fast vergessen war Valentin Sengers Erinnerungsbuch, in dem er das "Wunder" des Überlebens seiner Familie im Dritten Reich schildert. Mit Tricks, mit Glück und mit oft erstaunlicher Hilfe durch Nachbarn, Bekannte und Unbekannte gelang es den Sengers, unerkannt als jüdische Familie - und das, obwohl der Vater nur jiddisch sprach - die Nazi-Zeit zu überstehen. Die Rezensentin Sandra Kegel ist dem Verleger Klaus Schöffling dankbar, dass er das 1979 erschienene Buch wiederaufgelegt hat. Sehr empfehlenswert findet sie auch die vorliegende Hörbuchfassung, in der Walter Renneisen "genau den richtigen, ungekünstelten Ton" treffe, nach dem Sengers Vorlage verlangt.
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