Aus dem Russischen Beate Rausch. Dieses Buch ist ein Mini-Roman. Ein Mini-Liebesroman. Nicht mehr und nicht weniger. Das Ende dieser Liebesgeschichte ist wie ein Weltuntergang - so wie bei jeder echten Liebesgeschichte. Eine unendliche Geschichte, denn wir alle leben mit einem Idioten. Der wichtigste Idiot, mit dem wir leben, ist unser innerer Idiot, er sitzt in uns. Wir bemerken ihn fast nie, er hält sich in unserem Bewusstsein verborgen, er ist ein listiger, kluger Idiot, der unser Leben aus der Bahn werfen kann. Neben dem inneren Idioten gibt es in unserem Leben eine Menge äußerer Idioten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2022
Rezensentin Norma Schneider staunt über die Vieldeutigkeit dieses kleinen Romans von Viktor Jerofejew. Der Text von 1980, entstanden zur Zeit des Berufsverbots des Autors und erstmals publiziert 1991, wie Schneider erklärt, spiegelt die Situation des Autors wieder, indem der Erzähler davon berichtet, wie der gewalttätige Idiot Wowa bei ihm einzieht. Hinweise in Jerofejews Vorwort und in Amrei Flechsigs Essay lassen Schneider davon ausgehen, dass der im Leben des Erzählers wütende Wowa die Staatsmacht repräsentiert. Die Drastik der Gewaltschilderungen im Text verbucht Schneider als literarisches Mittel. Die Neuausgabe des Romans mit den Illustrationen von Tanya Pioniker beeindruckt die Rezensentin ganz offensichtlich.
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