Mit 72 Jahren veröffentlichte Voltaire diesen altersweisen Text: eine schelmische Einladung zum Philosophieren und zugleich eine Abrechnung mit der Philosophie - von Konfuzius und den alten Griechen über Descartes, Spinoza und Leibniz bis in seine Gegenwart. Im Gegensatz zu anderen verbirgt der unwissende Philosoph Voltaire die Widersprüche bei seiner Suche nach dem Wesen der Moral, der Freiheit des Willens, der Erkenntnisfähigkeit des Menschen nicht: ein Selbstportrait als Denker, der niemals aufhören darf, die Wahrheit zu suchen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2022
Rezensent Friedrich Vollhardt verweist auf Sinn und Zweck von Voltaires kleiner, nun in neuer Übersetzung vorliegender Schrift von 1766. Für Voltaire ging es um Aufklärung, wenn er die Frage nach dem Woher und dem Wohin des Menschen stellt, glaubt Vollhardt. Die Skepsis des Autors ist für allenthalben spürbar, ob Voltaire nun Descartes und Spinoza abkanzelt oder dem Atheismus widerspricht. Das Beharren auf dem "Glauben an die Gerechtigkeit" als Moral und Korrektiv unserer Leidenschaften, wie der Autor es vorführt, scheint den Rezensenten zu beeindrucken.
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