Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2001
Valeska von Rosen ist mit der Abhandlung von Walter K. Lang ganz und gar nicht einverstanden. Darin geht es um "geschundene Körper, abgetrennte Köpfe und verstümmelte Brüste" und darum, was die Maler so an den Grausamkeiten fasziniert hat, berichtet die Rezensentin. Der Autor kennt darauf nur eine Antwort: Sadismus. Damit ist die Rezensentin gar nicht einverstanden. Lang betrete ein Feld der Spekulationen, die er mit psychoanalytischen Ansätzen von Erich Fromm und Siegmund Freund nähre. Annahmen, die beispielsweise von Adornolängst kräftig wiederlegt worden sind, so die Rezensentin, die sich fragt, wem diese Kulturgeschichte der Perversität nutzt. Gerne hätte sie etwas darüber erfahren, welche Wirkungsabsichten die Maler der Grausamkeit im Kontext ihrer Zeit verfolgten und in welchem Verhältnis sakrale und profane Kunst gestanden hatten. Bei Lang hat sie darüber nichts gefunden.
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