Aus dem Englischen von Dorothee Merkel Was tust du, wenn du entdeckst, dass jemand deine Ehe in eine Netflix-Serie verwandelt hat? Zwischen Drehbuchautorin Phoebe und ihrem vermeintlichen Opfer Kate entspinnt sich ein Kampf, den nur eine von ihnen gewinnen kann. Kate lebt mit ihrem Ehemann Jack seit Jahrzehnten den Traum gut situierter Großstädter. Doch als eine Serie zum Megahit wird, verwandelt sich ihr Leben in einen Albtraum. Denn "Betrug" verhandelt intime Details ihrer eigenen Ehe. Kate will herausfinden, wer versucht, ihr Leben zu zerstören. Und warum. Phoebe ist die begehrteste junge Autorin der Stadt. Ihre Streaming-Serie bricht mit Tabus, ist amoral und voyeuristisch und trifft damit den Nerv der Zeit. Doch auf dem Höhepunkt ihres Erfolges scheint ihr privates Glück mit einem Mal zu kippen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 19.09.2026
Dieser Roman von John Lanchester hat einen ziemlich aktuellen Plot, hält Rezensentin Ursula März fest: Die Protagonistin Kate, Ende fünfzig, hat vor kurzem ihren Mann verloren und will sich mit einer Netflix-Serie ablenken. Die Serie "Betrug" verschlägt ihr dann aber den Atem, denn sie handelt bis ins kleinste Detail von ihrer Ehe, was sie sich damit erklärt, dass ihr Mann alles brühwarm an seine deutlich jüngere Geliebte Phoebe weitergegeben hat, die Erfinderin der Serie. Es entspannt sich für März ein "modernes Königinnen-Drama", bei dem Kate an Phoebe Rache nehmen will. Das, so urteilt sie, ist fein psychologisch erzählt, macht auf die Unterschiede zwischen Generationen und Millieus aufmerksam und führt die verschiedenen Stränge erst am Ende zusammen, sehr klug, findet die Kritikerin. Großartig, wie Lanchester hier auch die Themen Stalking und Voyeurismus verhandelt, schließt sie.
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