Victor Bockris

Patti Smith

Die unautorisierte Biografie
Cover: Patti Smith
Krüger Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN 9783810504357
Broschiert, 336 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Ekkehard Rolle. Victor Bockris, wichtigster Chronist des New Yorker Underground, schildert Aufstieg, Abstieg, Ausstieg und Comeback der amerikanischen Ikone des Punks.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2000

Volker Breidecker bespricht diese Biografie mit wenig Enthusiasmus. Umso begeisterter zeigt er sich jedoch von Patti Smith selbst und ihren vielfältigen künstlerischen Aktivitäten. Und so unternimmt er es selbst, ihre Bedeutung für die künstlerische Avantgarde herauszustreichen. Was die Biografie betrifft, so erwähnt er zwar, dass Bockris es war, der Smith schon früh als Lyrikerin für seinen Verlag unter Vertrag nahm und von zahlreichen Interviews profitierte, die er mit ihr geführt hat. Dennoch sei die Biografie nicht autorisiert: "Patti wollte ihr eigener Impresario bleiben", und mit diesem Wunsch nach Selbstbestimmung hat offensichtlich auch Bockris zu kämpfen gehabt. Zwar räumt der Rezensent ein, dass dank der Auswertung zahlreicher Quellen Smiths "Virtuosität" im Umgang mit Kunst und Öffentlichkeit deutlich wird. Allerdings stört sich der Rezensent an Bockris` "flottem Ton eines (...) Szenejournalisten", dem es nicht unwichtig sei, seinen eigenen Anteil an Smiths Karriere zu unterstreichen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.07.2000

Ziemlich wütend verrissen wird die unautorisierte Biografie des ehemaligen Weggefährten der amerikanischen Künstlerin Patti Smith von Edo Reents. Zwar hat ihr Leben einiges an Mitteilbarem zu bieten, aber "Bockris hat viel zu erzählen und nichts zu sagen", schreibt Reents. Durch die vielen zitierten Selbstaussagen der Patti Smith wird das Ganze zu einer "Bloßstellung", "vor der man die Rockmusikerin lieber hätte schützen sollen". Denn ob sie "12 oder 14 Mal am Tag masturbiert", kann für ihre Kunst wenig entscheidendes sagen, meint Reents; und der Rezensent scheut selbst vor Kalauern nicht zurück, wenn er schreibt, Patti Smith wirke durch das Buch wie eine, "die nach allen Seiten offen und deshalb nicht ganz dicht ist". Die Übersetzung von Ekkehard Rolle nennt er dazu noch ein "Hauptärgernis", das mit "Seminaristen-Deutsch" den Leser verprellt. Zum Schluss der vernichtende Hinweis an Interessierte, lieber die Konkurrenz zu lesen, nämlich die Smith-Biografie von Nick Johnstone!

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.04.2000

Konrad Heidkamp ist nicht gerade begeistert von diesem Buch. Zwar räumt er ein, dass Bockris schon "dabei" war, als Smith 1971 mit ihren Gedichten berühmt wurde und darüber als Herausgeber eines Buches von und eines Interviews mit ihr recht guten Einblick in ihr Leben hatte. Heidkamp bemängelt aber dennoch zweierlei: Zum einen stört ihn das Voyeuristische an diesem Buch, bei dem sich der Autor lediglich "den Anschein der Sachlichkeit" gebe, zum anderen kritisiert der Rezensent die schier endlose Auflistung von Berühmtheiten. Dies lese sich eher wie ein "Who is who? des New Yorker Undergrounds", wie Heidkamp - etwas gelangweilt - anmerkt.
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