Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Musik

3830 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 383

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.08.2026 - Musik

Mike D legt mit 60 Jahren sein erstes Soloalbum vor - es ist das erste musikalische Lebenszeichen aus der Welt der Beastie Boys, seit 2012 Adam Yauch einem Krebsleiden erlegen ist. SZ-Kritiker Max Fellmann hat zwar nichts als Sympathie dafür, dass der Rapper seine anhaltende Trauer über den Verlust seines Jugendfreunds und seiner Band durch Musik zu kompensieren versucht. Aber gelungen findet er das Album nicht gerade. "Es beginnt mit einer etwas einfallslosen Drum'n'Bass-Nummer, geht weiter mit einem Beat in sehr klassischem Beastie-Boys-Sound, danach verliert sich alles ein wenig. Diamond rappt ein bisschen, dann auch lang wieder nicht, manchmal rumpelt ein Beat einfach so vor sich hin."



Weiteres: Johanna Schmidt porträtiert in der taz die Underground-Szene in Halle rund um das Label Turbo Discos und den freien Sender Radio Corax, der im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt erheblichen Anfeindungen der AfD ausgesetzt ist. Ungünstig findet es Marco Frei in der NZZ, dass die nur "knapp zwölf Kilometer" voneinander entfernten Festivals in Davos und Klosters sich in diesem Jahr mit fast deckungsgleichen Terminen unnötig Konkurrenz machten - besser fände er konstruktive Absprachen, die vielleicht sogar "Synergieeffekte schaffen". Matthias Greuling blickt in der NZZ zurück auf 70 Jahre Bravo.

Besprochen werden ein Konzert des brasilianischen Komponisten Arthur Verocai in Hamburg (taz), das von Teodor Currentzis dirigierte Konzert des Utopia Orchestra bei den Salzburger Festspielen (Standard) und Knowsums Album "Cherry Stone Pillow" (FR).
Stichwörter: D, Mike, Beastie Boys

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.08.2026 - Musik

Riccardo Muti nimmt Abschied von Verdis "Messa da Requiem", die der 85-Jährige bei den Salzburger Festspielen nach eigener Aussage zum letzten Mal aufgeführt habe. Er dirigierte die Wiener Philharmoniker "mit energischen, klaren Gesten, die ein überaus fein differenziertes dynamisches Spektrum anzeigten, große Steigerungsbögen und Ritardandi schufen oder Stille erzwangen", schreibt Christian Gohlke in der FAZ. Es war Mutis "473. Orchesterkonzert mit den Philharmonikern und wohl eines seiner besten. Langsamer als früher gestaltete er nun das Andante des Eingangs, das aus der Stille heraus abwärts fällt. Weich setzten dann die Herren des Wiener Staatsopernchors ein, wirklich sotto voce. Ihr 'Requiem aeternam' ist keine dringliche Bitte mehr, kein Appell, sondern eine schwach gewordene Hoffnung, und das von den Sopranstimmen mehrfach wiederholte 'dona, dona eis' klingt verhalten, beinahe so, als wisse dieser Wunsch schon um seine Unerfüllbarkeit. Nur der helle Geigenton, der Chor und Orchester in einer großen Linie zart überwölbt, erhellt den gedämpften Eingang ein wenig."

Weitere Artikel: Ali Al-Haj Ibrahim erzählt in der taz die Geschichte des Metal-Undergrounds in Syrien, der sich gegen gesellschaftlichen und politischen Druck formieren musste. Christian Wildhagen resümiert in der NZZ die erste Woche des Lucerne Festivals mit von Klaus Mäkelä, Riccardo Chailly und Daniel Barenboim dirigierten KonzertenMichele Coviello (NZZ) und Sinem Kılıç (ZeitOnline) berichten vom Prozessauftakt gegen den einstigen Gangleader Duane Davis, dem vorgeworfen wird, der Drahtzieher hinter dem Mord am Rapper Tupac Shakur zu sein. Philipp Krohn (FAZ) und Thomas Wochnik (Tsp) gratulieren Kraftwerk-Musiker Ralf Hütter zum 80. Geburtstag. Jakob Biazza schreibt in der SZ zum Tod des ZZ-Top-Drummers Frank Beard.

Besprochen werden das Berliner Benefizkonzert nach dem CSD-Anschlag mit unter anderem Ikkimel und Herbert Grönemeyer (taz), ein von Alan Gilbert dirigiertes Konzert des Royal Swedish Orchestra in Hamburg (Welt) und Liraz' Auftritt in Frankfurt (FR).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.08.2026 - Musik

Phoebe Bridgers' neues Album "Lost Weekend", auf dem die us-amerikanische Folksängerin den Tod ihres Vaters verarbeitet, ist nicht nur ihr bestes, sondern "vielleicht sogar das Beste des Jahres", glaubt Leon Frei in der SZ: "Ihre Emo-Songs mit Gitarren, Mandolinen, Banjos, manchmal lauten Drums, Streichern und Bläsern haben die erstaunliche Fähigkeit, immer dorthin zu treffen, wo Melancholie seit Jugendtagen schlummert." Auch zu hören gibt es Spitzen gegen Bridgers' Ex-Freund, den Schauspieler Paul Mescal, schreibt Christian Schachinger im Standard: Diese kleidet Bridgers zwar in "Folkgitarrengezupfe und Klaviergetupfe", doch "locken im Hintergrund die Sirenen mit Gänsehaut erzeugendem Chorgesang nicht nur naive Seeleute in der Odyssee in den Tod, sondern auch unbedarfte Hörer".



Außerdem: Max Nyffeler berichtet in der FAZ vom Lucerne Festival. Dennis Sand erzählt in der Welt die wechselhafte Geschichte der Band The Calling, die in den Nullerjahren reüssierte, dann aber rasch in der Versenkung verschwand und nun ein Comeback hinlegt. Die Agenturen melden, dass ZZ-Top-Schlagzeuger Frank Beard gestorben ist. Besprochen werden Nia Archives' neues Album "Emotional Junglist" (FR), Tyler Ballgames Auftritt in Frankfurt (FR) und das Album "After Completing the Hex" des Kölner Produzenten Barnt (taz).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.08.2026 - Musik

Frauke Steffens referiert in der FAZ kürzlich von der Washington Post öffentlich gemachte Zahlen zur Lage des National Symphony Orchestra in den USA, das derzeit mit einem erheblichen Einbruch der Auslastung zu kämpfen hat, seit im Kennedy Center aus einschlägig bekannten Gründen immer mehr Sitze leer bleiben. Auch die Spenden sind zuletzt schmerzlich gesunken. Diese Lage trifft "auch das Kennedy Center selbst, denn es gleicht Finanzierungslücken des NSO aus. Dafür waren zuletzt zehn Millionen Dollar vorgesehen, doch laut dem Bericht der Post mussten diesmal siebzehn Millionen zugeschossen werden. Gleichzeitig soll der größte Teil des Kennedy Centers für eine rund 250 Millionen Dollar teure Renovierung zwei Jahre lang schließen, trotz jüngster Gerichtsurteile. Damit ist auch die Zukunft des 1931 gegründeten National Symphony Orchestra ungewiss, das seit Generationen einer der wichtigsten musikalischen Repräsentanten der Vereinigten Staaten ist." 

Im FAZ-Gespräch mit Jan Brachmann singt der deutsche Komponist und Dirigent Matthias Pintscher ein Loblied auf Kansas City, wo er das sinfonische Orchester leitet und man mit Stolz und Enthusiasmus auf die eigenen kulturellen Hervorbringungen blickt - auch einfach, weil man von hier aus "nicht schnell mal irgendwo anders hinfahren kann". Er selbst sieht sich als "Botschafter" zwischen Alter und Neuer Welt. Doch "gerade in den letzten Jahren ist das schwieriger geworden, weil die europäische Arroganz gegenüber den Amerikanern stärker geworden ist. Und sie wird beantwortet durch eine Abschottung der Amerikaner. ... Man kann diskutieren, ob es besser sei, Orchester privat oder staatlich zu finanzieren. In Amerika werden sie getragen von unterschiedlichsten Menschen, die mit großer Leidenschaft Kunst stützen und schützen. In Europa denkt man, dank staatlicher Finanzierung: 'Wir sind sicher.' In Wahrheit müssen wir uns eingestehen: Nichts ist sicher."

Außerdem: Ueli Bernays porträtiert für die NZZ die US-Jazzschlagzeugerin Terri Lyne Carrington, die gerade ihr Album "Trip the Night Fantastic" veröffentlicht hat. Besprochen werden ein Konzert des finnischen Rappers Käärijä in Schweden (taz), ein Auftritt von Kings Return in Wiesbaden (FR) und neue Popveröffentlichungen, darunter das Neo-Soul-Album "Sunshine" von Jungle ("Die Reise führt nicht in die Tiefe, sondern direkt auf die Tanzfläche", schreibt Jakob Thaller im Standard).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.08.2026 - Musik

Arno Widmann denkt in der FR über 150 Jahre "Götterdämmerung" in Bayreuth nach. Laura Mies berichtet in der taz von der Techno-Parade "Rave the Planet", die am Wochenende in Berlin stattfand. Gregor Kessler besucht für die taz in Oregon/USA die sehr sympathische 77-jährige Toody Cole, die demnächst mit ihrer Garagenrockband Dead Moon für eine Konzertreise nach Europa kommt.

Hier schon mal eine Kostprobe:



Besprochen werden das neue Album von Phoebe Bridgers (NZZ), eine Aufführung von Händels "Messiah" mit dem King's Consort beim Rheingau Musik Festival in Kloster Eberbach (FR), Ellen Alliens neues Album "New Life" (FR) und ein Konzert von The Cure (Zeit online).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.08.2026 - Musik



Ein großer Tag für Melancholiker: Phoebe Bridgers bringt mit "Lost Weekend" ihr drittes Album raus, Léo Solleder spitzt für die Zeit die Ohren. Das Album wartet dank des Produzenten Jack Antonoff mit neuen, synthetischen Klängen statt den typischen Gitarrensounds auf, erfüllt aber doch auch einige Erwartungen: "Bei allen ironischen Brüchen und verloren gegangenen Gitarrenmelodien bleibt die Emotionalität aber doch eine Stärke von Bridgers. Über das Aufbäumen gegen den Tod findet sie im Verlauf von 'Lost Weekend' zur Akzeptanz: 'I fought the wall / And the wall won' heißt es im abschließenden Song 'Lost Weekend (Reprise)'. Die Zeile über den aussichtslosen Kampf gegen die Vergänglichkeit, abgewandelt aus dem Song 'I Fought the Law', der hauptsächlich in einer Version von The Clash bekannt ist, mag sich wie das Eingeständnis einer Niederlage lesen. Auf Lost Weekend jedoch klingt sie wie ein heimlicher Erfolg - und nach einem Ende, das es bei Taylor Swift so bestimmt nicht geben würde."

Weitere Artikel: Gunnar Meinhardt interviewt Gianna Nannini anlässlich des 50. Jubiläums ihres Debütalbums (Wams). In der taz trauert Henrik von Holtum um den Rapper Sensational. Amy Raphael stattet für die FAZ der BRIT School einen Besuch ab, an der Amy Winehouse, Adele und Tom Holland gelernt haben. Der Tagesspiegel checkt die neuen Alben der Woche aus. Fünfzig Jahre "Dancing Queen" von ABBA sind für Thomas Stillbauer in der FR auf jeden Fall Anlass zum Feiern.

Besprochen wird ebenfalls im Tagesspiegel ein Konzert des West-Eastern Divan Orchestra in der Waldbühne Berlin unter dem Dirigat von Daniel Barenboim.
Stichwörter: Bridgers, Phoebe

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.08.2026 - Musik

Bestellen Sie bei eichendorff21!
Shoegaze nennt man Gitarrenmusik der 1980er von scheuen Musikern, die vor lauter Bühnenangst mehr auf ihre Effektpedale starren als ins Publikum. Mit "Still in a Dream" hat der britische Popkritiker Simon Reynolds dieser Musik ein kleines Denkmal gesetzt, erzählt taz-Kritiker Maurice Summen. "So spinnt Reynolds die Geschichte der 1960er-Psychedelia konsequent und zugleich auch progressiv weiter. Aber alle Protagonisten kennen sowohl die peinsame Innerlichkeit der Hippiegeneration als auch den enttäuschenden Ausverkauf des Punks. So wohnt aller Rockmusik von 'Still in a Dream' eine schwere Melancholie inne. Und weil vorherige Undergroundbewegungen mit all ihrem oft esoterischen Aufbruchs- und Ausbruchsgehabe die Welt am Ende nur schlimmer gemacht haben, weiß der lärmende Rock von Sonic Youth, Pixies, Hüsker Dü und My Bloody Valentine auch gar nicht, wohin er eigentlich ausbrechen soll. Wogegen er noch aufbegehren soll! So tritt die introspektive Musik dieser Zeit als Wall of Sound absichtlich auf der Stelle. In einer schrecklichen Welt, in der Mensch wenigstens seinen Träumen trauen möchte - so diffus sie auch immer sein mögen."

Hier "Only Shallow" von My Bloody Valentine als Beispiel. Bitte anschnallen:



Die European Broadcasting Union (EBU) hat gerade die Regeln für den Eurovision Song Contest verändert: Künftig darf der ESC nicht mehr in einem Land stattfinden, das sich im Krieg befindet. Das geht vor allem gegen Israel, glaubt Jan Feddersen in der taz. Aber so schlecht sei der Beschluss am Ende nicht: "Die Regeländerung kommt einer Kränkung der israelischen Pop-Szene gleich, zumal nach dem 7. Oktober 2023. Aber er ist ein Kompromiss, denn vom Tisch ist damit auch ein Ausschluss Israels vom ESC selbst. Die deutsche ARD hat, gewiss dazu motiviert vom Kanzleramt und seinen Kulturverantwortlichen, gut so, schon vor einem halben Jahr erklärt: Ein ESC, der Israel ausschließt, ist einer ohne Deutschland. Das wiederum musste die EBU verhindern. Unschön, ungerecht, aber verstehbar im Sinne des ESC und seiner Erfolgsgeschichte selbst."

Weitere Artikel: Philipp Kohnke, Leiter des "Überschlag"-Festivals in Hannover, erklärt im Interview mit der taz, warum Schlagzeuger Pioniere eines erweiterten Musikbegriffs sind. Tim Caspar Boehme spürt in der taz dem "Sound der Stadt" nach. Im Interview mit dem Tagesspiegel spricht der israelische Popstar Noga Erez über ihre regierungskritische Haltung zu Netanjahu, soziale Medien und ihr neues Album. Dr. Motte trauert im Interview mit dem Tagesspiegel den Zeiten hinterher, als es in Berlin noch "preiswerte Mieten, eine entsprechende Infrastruktur und bezahlbare Lebenshaltungskosten" gab und die Clubs noch einen Stellenwert hatten. In der FAZ stellt Gerald Felber den italienischen Dirigenten Antonello Manacorda vor, der ab 2027 das Originalklang-Ensembles "Les Siècles" übernimmt.

Besprochen werden eine CD von Maya Dunietz & dem Solistenensemble Kaleidoskop: "The Sound of Difference and Connection" (taz), ein Konzert von AnnenMayKantereit in Berlin (Tsp), ein Konzert des West-Eastern Divan Orchestra mit Daniel Barenboim und Yo-Yo Ma in der Waldbühne Berlin (Tsp) und "Ambiguous Desire", elektronischer Dancefloor der Londoner Popkünstlerin Arlo Parks, "ein mutmachendes Album, das sogar in tristen Zeiten Hoffnung spendet", versichert taz-Kritikerin Dagmar Leischow. Wir hören rein:

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.08.2026 - Musik

Lässt sich der musikalische KI-Slop vielleicht doch noch eindämmen? Spotify war bislang für einen laxen Umgang mit algorithmisch generierter Musik berüchtigt. Jetzt allerdings hat der Streamingdienst neue Regeln bekannt gegeben, denen zufolge Künstler mit KI-generierten Identitäten künftig entsprechend gekennzeichnet werden sollen. Auch soll die Musik dieser Künstler nicht mehr Teil von Empfehlungslisten werden. Wie kommt es zu dem Sinneswandel? Kristoffer Cornils vermutet in der taz, dass es schlicht ums Geld geht, beziehungsweise um die Konkurrenten "Deezer und Qobuz, die mit größerer Offenheit schon früher gepunktet haben: Deezer etwa kennzeichnet bereits seit Anfang 2025 KI-Musik als solche und entfernt sie schnell aus allen Empfehlungen. Das harte Durchgreifen scheint sich ausgezahlt zu haben: Deezer meldete für das Jahr 2025 erstmals Profit, die Abozahlen steigen moderat an."

Weiteres: Stefan Ender interviewt im Standard den Starpianisten Rudolf Buchbinder. Besprochen werden "It Goes On", das Debütalbum der Band Westside Cowboy (SZ) und ein Konzert der Urban-Brass-Band Moop Mama im Frankfurter Palmengarten (FR).
Stichwörter: Spotify, KI in der Musik

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.08.2026 - Musik

Im Jahr 1980 wurde Antonin Artauds verbotenes Hörspiel "Pour en finir avec le jugement de Dieu" ("Schluss mit dem Gottesgericht") erstmals auf Deutsch veröffentlicht, Wolfgang Rihm begann sofort mit der Komposition einer Musik zu dem darin enthaltenen Gedicht "Tutuguri", in dem Artaud seine Erfahrungen beim indigenen Stamm der Tarahumara in Mexiko verarbeitete, erinnert Eleonore Büniung in der NZZ. "Tutuguri" hat keine Handlung und kaum Text - und so kann erst eine konzertante Aufführung "die eigentliche Sensation … adäquat zur Geltung bringen: als ein revolutionäres, sinnlich-körperlich erschütterndes Hörtheater, das zu einem Gesamtkunstwerk wird aus Tönen und Geräuschen, Schrei und Klang, Symbol und Farbe, Gedanken und Erinnerungen", schwärmt Büning, nachdem sie Jörg Widmanns Interpretation beim Lucerne Festival gehört hat: "Bereits im ersten Bild von 'Tutuguri', nach einem gewaltigen, orgelartigen Crescendo-Höhepunkt, tritt erstmals auch ein Chor in Erscheinung, vom Band zugespielt. Er tut das rhythmische Mantra aus dem Meskalinrausch kund, welches Artaud seinem Gedicht als schützende Zauberformel vorangestellt hat: 'Kré/kré/pek/kré/puk/kruk' und so fort." Hier ein Ausschnitt einer älteren Interpretation:



Besprochen wird außerdem ein Konzert mit Werken von Beethoven und Schumann, dirigiert von Daniel Barenboim mit seinem West Eastern Divan Orchestra im Kurhaus Wiesbaden (FR).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.08.2026 - Musik

Petra Schellen meldet in der taz, dass dem Rapper Mahnam Navab Safavi in Iran die Todensstrafe droht: "Die bekannten, stereotypen Vorwürfe lauten: 'Krieg gegen Gott', 'Propaganda gegen das Regime', 'Versammlung und Verschwörung gegen die nationale Sicherheit'.  ... Seine beiden Anwälte durften dem Vernehmen nach weder die Prozessakte einsehen noch ihn verteidigen, auch fand der Prozess in Abwesenheit statt. Eine Verletzung der Verfahrensstandards, die Menschenrechtsorganisationen vermehrt bei festgenommenen ProtestlerInnen beobachten." Der PEN Berlin fordert die Bundesregierung derweil zu einer Stellungnahme und im Hinblick auf den Iran zu einer eindeutigen außenpolitischen Agenda auf.

Weiteres: Im Standard-Gespräch mit Daniela Prugger erzählt Tamás Kádár unter anderem, wie das von ihm geleitete ungarische Sziget-Festival in den Orbán-Jahren etwa durch den Entzug von Fördermittel gegängelt wurde. David Pfeifer schreibt in der SZ über die Macht der K-Pop-Fans, die ihre Idole - wie etwa gerade BTS, die aus Protest gegen eine eigene Rubrik für asiatischen Pop beschlossen haben, keinen Song bei den Grammys einzureichen - problemlos in die Charts gedrückt kriegen, ihnen aber auch bei Ärger über bestimmmte Entscheidungen in die Kandare fahren können.

Besprochen werden Daniel Haaksmans Buch "It Began in Ipanema" über die Musik Brasiliens (taz), das Konzert von Barclay James Harvest in Bad Nauheim (FAZ) und neue Popveröffentlichungen, darunter "Cannonball" von Man/Woman/Chainsaw (Standard).

Stichwörter: Safavi, Mahnahm Navab, Iran