Der
Anschlagsversuch am Flughafen Halle-Leipzig mit
zwei Drohnen ist noch unaufgeklärt. Die meisten Kommentare in den Zeitungen gehen jedoch davon aus, dass es russische Drohnen waren. Man sollte diese Angriffe sehr ernst nehmen, meint bei
Zeit online Maxim Kireev: "Deutschland und auch Europa müssen sich einer neuen Realität stellen. Mit seinen Angriffen will Putin nicht bloß zündeln und verunsichern. Aus Putins Sicht sind Polen, Deutschland, Dänemark und andere Nationen Europas
Russlands Feinde. (In Wahrheit hat er selbst sie mit seinem Überfall auf die Ukraine zu Feinden gemacht.)" Europa habe versucht, Putin mit einem faulen Kompromiss zu besänftigen, indem es die Ukraine nur halb unterstützt und beispielsweise keine Taurus-Marschflugkörper liefert. "Jetzt zeigt sich, dass Wladimir Putin sich nicht für diese Feinheiten interessiert. Am Ende entscheidet er allein, wen er
als Kriegspartei behandelt."
Das größte Problem mit Drohnen ist, dass sie einen Zustand
ständiger Überwachung schaffen und eine
Grauzone zwischen Krieg und Frieden, in der nichts mehr erobert, aber größtmögliche Unsicherheit beim Gegner ausgelöst wird, meint im Interview mit der
Welt die Politikwissenschaftlerin
Ulrike Franke. Drohnen "erlauben es, zu provozieren, Informationen zu sammeln oder Druck aufzubauen, ohne sofort die höchste Eskalationsstufe zu erreichen. Das sehen wir bereits. Dadurch entsteht eine enorme Unsicherheit. Bei jeder Sichtung von
Drohnen über kritischer Infrastruktur muss man sich fragen: Ist das ein Versehen oder Absicht? ... Nehmen Sie Flughäfen. Wenn dort wegen einer Drohne der Betrieb eingestellt wird, entsteht enorme Unsicherheit - selbst wenn am Ende gar nichts passiert. Menschen fühlen sich nicht mehr sicher, Investoren werden vorsichtiger. Selbst eine erfolgreiche Verteidigung bedeutet also nicht, dass der Angreifer sein Ziel verfehlt hat. Er kann Gesellschaften trotzdem empfindlich stören." Und von einer Verteidigung, die uns nicht ruiniert, sind wir eh noch weit entfernt, versichert Franke.
In der
SZ plädiert Jörg Schmitt für eine
härtere Gangart bei der Abwehr: Die Politik müsse "endlich die Voraussetzungen dafür schaffen, der hybriden Bedrohung durch Gegner wie Russland
jeweils vorher zu trotzen. Dazu wäre es nötig, das Bundesamt für Verfassungsschutz endlich zu einem echten
robusten Abwehrdienst auszubauen - der nicht nur sammelt und auswertet, sondern deutlich operativer agieren darf. So muss er die Smartphones und Computer möglicher Agenten deutlich intensiver überwachen dürfen, um von geplanten Anschlägen erfahren zu können. Er muss
Gesichtserkennung einsetzen dürfen, um Verdächtige im Alltag verfolgen zu können. Ihm müssen
Cyberattacken erlaubt sein, um Bombenbaupläne so zu manipulieren, dass sie unbrauchbar sind."
In
Südasien protestiert die Jugend: Die indischen "Kakerlaken" sind nur ein Beispiel (mehr in unserer
Magazinrundschau), Proteste gab es auch in Nepal, Bangladesch oder Sri Lanka. Die Lage der
Jugendlichen im Westen ist völlig anders, schreibt Till Fähnders im Leitartikel der
FAZ. Die westlichen Jugendlichen sind wenige, die asiatischen viele. Und ihre Proteste sind Zeichen einer Hoffnung, trotz allem, so Fähnders. "Die Jugend des Westens ist mit dem Gefühl der Krise aufgewachsen. Für sie scheint es nur noch bergab zu gehen. Dagegen haben die südasiatischen Jugendlichen erlebt, wie sich die
Umstände für sie verbessert haben. Sie sind erstmals mit dem Gefühl groß geworden, dass sozialer Aufstieg möglich ist. Als Schlüssel dafür gelten in Südasien Bildung und harte Arbeit. Während in Westeuropa selbst Grundkenntnisse in Lesen, Rechnen und Schreiben nicht mehr selbstverständlich erscheinen, hat sich das
Bildungsniveau im Süden Asiens deutlich verbessert. Die Zahl der Analphabeten hat drastisch abgenommen."